Streit in der Union: Worum geht es Seehofer - Bayern oder Berlin?

ThemaWahlen 2016

Streit in der Union: Wenn Seehofer Merkel (nicht) demontiert…

Worum geht es Seehofer - Bayern oder Berlin?

Die Frage ist, ob die beiden zu einem solchen Kompromiss und einer gemeinsamen Politik nach einem langen Jahr voll Streit und Demütigung bereit sind. Kommt Merkel dem CSU-Chef so weit entgegen, dass der seine Attacken aus München tatsächlich einstellt? Oder verfolgt Seehofer ein ganz anderes Ziel?

Wolfgang Bergsdorf, Politikwissenschaftler und langjähriger Büroleiter von Helmut Kohl, ist überzeugt, dass Seehofer vor allem Bayern im Blick hat. „Für die CSU ist die bayrische Landtagswahl 2018 viel wichtiger als die Bundestagswahl.“

Im Interview mit der WirtschaftsWoche hat Angela Merkel erklärt, warum der Satz "Wir schaffen das" zur Leerformel geworden ist. Gregor Peter Schmitz erklärt, wen Merkel damit erreichen will und ob ihr Plan aufgehen kann.

Wenn die CSU dort die absolute Mehrheit verlöre, wäre das wohl die größte vorstellbare Niederlage für Seehofer. Der CSU-Chef würde in diesem Szenario im Bund weiterhin Stimmung gegen Merkel machen, um in Bayern einen erneuten Wahlsieg sicherzustellen. Das käme einer Demontage der Kanzlerin gleich.

Streit könnte "Katastrophe" für Union werden

Bergsdorf glaubt aber nicht, dass es soweit kommt. „Wenn die beiden zerstritten in den Bundestagswahl gehen würden, kann das für die Union insgesamt eine Katastrophe werden“, warnt der CDU-Kenner.

Berlin-Wahl Merkel muss einlenken – zweimal

Kanzlerin Merkel hat in der WirtschaftsWoche eine Kurskorrektur zur Flüchtlingsfrage versucht. Ihre Union wurde nun wieder abgestraft. Jetzt wird Merkel doppelt Wahlkampf führen müssen.

Angela Merkel Quelle: AP

Das glaubt auch Niedermayer von der Freien Universität Berlin. „Seehofer und Merkel dürfen nicht dein Eindruck erwecken, dass der eine den anderen demütigen will.“ Diese Form von Auseinandersetzung goutiere der Wähler nicht – „schon gar nicht in einem Wahljahr“.

Im Oktober wollen CDU und CSU erste inhaltliche Vereinbarungen für die Bundestagswahl treffen. „Bis dahin muss der Streit beigelegt sein“, meint Bergsdorf.

Dann wäre nur noch die Frage offen, wer die Union in den Wahlkampf führt? Erneut Angela Merkel, die 2017 seit zwölf Jahren im Amt sein wird. In Deutschland gab es bislang nur zwei Kanzler, die vier Legislaturperioden im Amt waren. Konrad Adenauer wurde letztlich von den eigenen Leuten gestürzt, Helmut Kohl vom Wähler.

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„Ich bin mir nicht sicher, ob Merkel das Risiko wagt, womöglich ein ähnliches Schicksal zu riskieren“, sagt Bergsdorf. „Ich halte es jedoch für wahrscheinlich, dass sie erneut antritt.“

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