Streit um Doktortitel: Bernd Lucke drängt Hessens AfD-Chef zum Rücktritt

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Streit um Doktortitel: Bernd Lucke drängt Hessens AfD-Chef zum Rücktritt

Der Streit in der AfD in Hessen spitzt sich zu. Chef Volker Bartz weigert sich, den Nachweis zu erbringen, dass er seinen Doktor- und Professorentitel zu Recht trägt. Bundesparteisprecher Bernd Lucke droht mit Konsequenzen.

Die Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat weiter mit internen Rangeleien zu kämpfen. Nachdem vergangenen Freitag bekannt wurde, dass der hessische Schatzmeister Peter Ziemann nach rechtsextremen Facebook-Einträgen seinen Hut nehmen musste, geht nun der Ärger um den hessischen Landessprecher Volker Bartz weiter. Bartz soll nachweisen, dass er seinen Doktor- und Professorentitel zu Recht führt. Dies will er jedoch nicht tun und ließ eine hierfür gesetzte Frist am 23. Dezember bereits verstreichen.

Im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) droht nun Parteisprecher Bernd Lucke mit Konsequenzen: "Wenn Herr Bartz bei seiner Haltung bleibt, wird der Bundesvorstand eine Parteiordnungsmaßnahme verhängen, und vermutlich wird es auf dem Landesparteitag einen Abwahlantrag geben“, sagte Lucke der FAZ. Er bestätigte zudem Gerüchte, dass er Bartz in einer E-Mail zum Rücktritt aufforderte. Mit einem freiwilligen Amtsverzicht solle Bartz einer Veröffentlichung angeblicher beruflicher Verfehlungen in seiner Vergangenheit zuvor kommen, die Lucke zugespielt wurden. Die FAZ zitiert aus der E-Mail von Lucke an Bartz, er solle bedenken, welche Auswirkungen eine "öffentliche Beschädigung" für seine Familie hätte. In einer Antwort bestritt Volker Bartz demnach jegliche berufliche Verfehlung und reagierte erbost auf die Rücktrittsempfehlung. Er gibt in dem Schreiben eine Äußerung seiner Ehefrau wider: "Arbeitet so nicht die Mafia?".

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Bernd Lucke sagte zu den immer neuen Querelen in der Partei, die AfD befinde sich nun nach mehreren Neuwahlen von Landesvorständen in einem Prozess der "Selbsterneuerung". Er habe die „Verschiedenheit von Persönlichkeiten unterschätzt“. Man kenne mittlerweile Mitglieder, die „etwas schrullige Ansichten“ verträten. "Es gibt Probleme in der Partei“, gab Lucke zu. Zugleich beschwichtigte er, es gebe „auch viele Bereiche, in den gut und ruhig gearbeitet wird.“

Der nächste Parteitag der AfD steht am 11. Januar an. Dann sollen vakante Posten nachbesetzt werden. Den Einzug in den Bundestag hatte die Partei mit 4,7 Prozent knapp verpasst, seither wurde die Unruhe in der AfD immer größer.

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