Streit um Tarifeinheit: DGB geht auf Spartengewerkschaften zu

exklusivStreit um Tarifeinheit: DGB geht auf Spartengewerkschaften zu

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Reiner Hoffmann

von Bert Losse

Im Streit um die Tarifeinheit hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Friedenssignale an seine Konkurrenten ausgesendet.

„Alle Gewerkschaften haben das Recht, für ihre tarifpolitischen Interessen zu kämpfen. Wir wollen nicht mit dem Schwert des Gesetzgebers andere Gruppen in ihrer Existenz gefährden“, sagte Hoffmann mit Blick auf die Spartengewerkschaften in einem Interview mit der WirtschaftsWoche. Er machte zugleich deutlich, dass künftig in einem Betrieb nur noch ein Tarifvertrag gelten solle - so wie es Pläne der Bundesregierung vorsehen.

„Das Prinzip der Einheit hat die Gewerkschaften nach dem Krieg stark gemacht. Konkurrierende Arbeitnehmervertretungen und tarifpolitische Zersplitterung schaden nur“, sagte der DGB-Chef. Seien mehrere Gewerkschaften in einem Betrieb aktiv, sollten diese künftig  kooperieren. Hoffmann: „Es gab früher Tarifgemeinschaften oder sogenannte Anerkennungstarifverträge zwischen Gewerkschaften. Warum soll das nicht wieder und weiter funktionieren?“

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Hoffmann kritisierte, dass sich speziell die Lokführergewerkschaft GDL „einer konstruktiven Zusammenarbeit mit DGB-Gewerkschaften verweigert“. Die unter dem Dach des Beamtenbunds organisierte GDL will künftig auch Zugbegleiter aufnehmen, für die derzeit die DGB-Gewerkschaft EVG zuständig ist.

Umgekehrt umwirbt die EVG nun auch Lokführer. Hoffmann: „Wir haben Probleme miteinander, die es zu lösen gilt. Wenn es GDL-Chef Claus Weselsky nach seinen jüngsten Entgleisungen gelingt, zu einem konstruktiven Dialog zurückzufinden, kriegen wir das auch hin.“ Der DGB-Chef machte aber auch klar: „Wenn die GDL den Konflikt will, kann sie ihn haben.“

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