Strom: Bundesnetzagentur: Preiserhöhungen sind zu hoch

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Matthias Kurth findet die angekündigten Erhöhungen der Strompreise zu hoch

von Jürgen Berke und Andreas Wildhagen

Zum Jahreswechsel haben viele Stromerzeuger eine Strompreiserhöhung angekündigt. Doch der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, glaubt, dass der Grund dafür entfallen wird.

„Ich kann die Energiebranche nur vor überzogenen Preisrunden warnen. Bei all den Anbietern, die höhere Kosten für den Stromtransport als Grund für die Preiserhöhung angeben, wird dieser Grund zumindest teilweise wieder entfallen“, sagte Kurth.

Auslöser für die Kritik des scheidenden Bundesnetzagentur-Chefs sind die stark erhöhten Netzentgelte, die von einigen Anbietern als Begründung für Strompreiserhöhungen angekündigt wurden. Diese würden aber keinen Bestand haben, kündigte Kurth an. Dabei setze die Bundesnetzagentur auf die baldige Verabschiedung des neuen Gesetzes durch den Bundestag, durch das die Bonner Behörde bei der Genehmigung der Netzentgelte den Produktivitätsfortschritt der Netzbetreiber berücksichtigen könne. Dadurch, so Kurth, würden die Netzentgelte „weniger steigen und damit als Grund für Erhöhungen wieder wegfallen“. Die zu erwartenden Entlastungen für die Verbraucher übersteigen nach Kurths Angaben die Milliardengrenze. „Wenn es das neue Gesetz nicht geben würde, wären nach unseren Berechnungen zusätzliche Belastungen von bis zu zwei Milliarden Euro auf die Verbraucher zugekommen. So dürften die Netzbetreiber nach meinen Schätzungen höchstens noch einen Restbetrag aus der Vergangenheit in Höhe von 500 Millionen Euro auf die Kunden abwälzen.“

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Kurth kritisierte im Gespräch mit der WirtschaftsWoche, dass die Verbraucher übermäßig von Preissteigerungen betroffen sind, ohne dass die Bundesnetzagentur wirkungsvoll eingreifen können. „Industriekunden und Großverbraucher können sich Strom häufig zu günstigeren Preisen beschaffen. Privathaushalte aber müssen jedes Jahr mehr zahlen. Dafür trägt die Bundesnetzagentur allerdings nicht die Verantwortung“, verteidigte sich Kurth. „Der von uns beeinflussbare Teil des Strompreises, die Netzentgelte, sind seit 2006 von 7,30 Cent um rund 20 Prozent auf 5,75 Cent pro Kilowattstunde gesunken. Dagegen hat sich die Kostenposition, Energiebeschaffung und Vertrieb inklusive Marge’ um gut 80 Prozent erhöht und damit schon nahezu verdoppelt.“

Das sei auch eine Folge davon, dass etwa bei fallenden Beschaffungskosten die Preise für Privatverbraucher nicht sinken. „So schwankten die Einkaufspreise in den vergangenen sechs Jahren sehr stark. Sanken sie, wurde dies häufig nicht an die Kunden weitergegeben“, kritisierte Kurth. Darauf habe die Bundesnetzagentur aber „leider keinen Einfluss“.

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