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Strompreise: Die Stromkosten für mittelgroße Firmen steigen

von Sebastian Matthes

Die Energiewende treibt die Stromkosten, aber nicht alle Unternehmen sind betroffen.

Ein Stromzähler Quelle: dpa
Weitere Strompreiserhöhungen sind wahrscheinlich Quelle: dpa

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) muss die Solarförderung stärker kappen, als er ursprünglich wollte, und so dem Wunsch von Philipp Rösler (FDP) nachgeben. Der Bundeswirtschaftsminister hatte gefordert, die Förderung um 35 Prozent zu kürzen und danach Monat für Monat abzusenken. Die Koalition fand Röslers Plan gut. Unter Druck stimmte Röttgen zu, das Gesetz schon zum 1. April zu ändern. Bis Mitte Februar soll er liefern.

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Grafik Energiepreise
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Der Druck auf die Regierung ist groß: Die Stromrechnungen im Lande steigen. Das ist vor allem bitter für die Wirtschaft. Mittelgroße deutsche Firmen mit einem Jahresstromverbrauch von fünf Millionen Kilowattstunden (kWh) zahlen 14,54 Cent je kWh, britische Konkurrenten nur 9,49 Cent. In Frankreich sind es nur 7,28 Cent. Zu dem Ergebnis kommt Wolfgang Hahn, Chef der Energieberatung ECG.

Grafik Wie viel deutsche Privathaushalte im Schnitt für ihren Strom zahlen
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Der Grundpreis ist vergleichbar, den Unterschied machen aber Ökostromförderung (EEG), Steuern und Netzgebühren aus, die kräftig steigen. „Im Europa-Vergleich lag der Strompreis deutscher Unternehmen noch vor zehn Jahren eher im Mittelfeld“, sagt Hahn. „Die steigenden Strompreise gehen deshalb zum großen Teil aufs Konto der Energiewende“.

Rund 80 Prozent der Industrieunternehmen sind zwar laut Hahn durch politische Ausnahmeregelungen von der Stromsteuer befreit, fünf Prozent bekommen die Netzgebühren erlassen, und drei Prozent müssen keine EEG-Umlage zahlen. Für Dienstleister, Selbstständige und Privatkunden aber gibt es kein Entrinnen. Sie tragen die volle Last der Energiewende.

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Nach einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox stieg der Strompreis für Privathaushalte seit 2004 von 17,52 Cent auf 24,98 Cent je kWh. Bei einem Wechsel des Anbieters sind im günstigsten Fall noch Verträge zu rund 20 Cent je kWh möglich.

Kündigten 2007 nur knapp drei Prozent der Deutschen ihrem Versorger, waren es 2011 schon 6,5 Prozent. Weitere Preiserhöhungen sind absehbar, denn RWE, E.On und EnBW haben gestiegene Netzgebühren noch nicht einkalkuliert.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 31.01.2012, 18:37 UhrAnonymer Benutzer: Energieexperte

    Kleine Korrektur, 50 Mrd. Euro betrugen die gesamten Energiesubventionen in Saudi-Arabien im letzten Jahr, ca. 1/3 entfiel dabei auf die Stromerzeugung (Quelle OECD und IEA). Man benötigt einen Marktpreis von ca. 20 US-Dollar pro Barrel Erdöl, um in einem mit Rohöl betriebenen Kraftwerk auf Stromerzeugungskosten von 4 US-Cent pro kWh zu kommen. Der Weltmarktpreis für Rohöl liegt aber mittlerweile fünfmal so hoch!

  • 31.01.2012, 15:01 UhrAnonymer Benutzer: Energieexperte

    Vandale... Aus eigener Erfahrung und aus offiziellen Quellen weiss ich, dass der Strompreis z.B. in Saudi-Arabien im letzten Jahr mit ca. 50 Mrd. US-Dollar subventioniert bzw. künstlich niedrig gehalten wurde.

  • 31.01.2012, 13:41 UhrAnonymer Benutzer: vandale

    Energieexperte..aufgrund eigener Erfahrung kostet der Strom für produzierende Unternehmen, 1 kWh Strom im US Bundesstaat Washington ca. 5c($), in Saudi Arabien, Aegypten 4c($). In Taiwan und China (Shanghai) liegen die Werte ähnlich. In Europa liegen die Werte wesentlich höher. In Deutschland bezahlt ein derartiger Betrieb ca. 8c (€)/kWh. Für Betriebe mit hohem Stromverbrauch ist dies sehr schwierig.

    Das diese Betriebe weniger Stromsteuern bezahlen ist dem Restverstand der Politiker geschuldet. Andernfalls haben viele Betriebe hierzulande keine Chance.

    Vandale

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