ThemaEnergiewende

exklusivStudie: Bürger stellen Energiewende trotz hoher Kosten nicht infrage

27. Oktober 2012
von Renate Köcher

Eine klare Mehrheit der Bundesbürger lehnt höhere Strompreise zum Ausbau der erneuerbaren Energien ab. Trotzdem taugen die Strompreise nicht als zündendes Wahlkampfthema in Deutschland. Die Energiewende an sich stellen die meisten Bürger nämlich nicht infrage.

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Mittlerweile ist klar, dass der Obolus, den die Bürger im Rahmen des Gesetzes zur Förderung regenerativer Energien entrichten, im kommenden Jahr um fast 50 Prozent ansteigt. Statt zurzeit knapp 3,6 Cent pro Kilowattstunde wird die sogenannte EEG-Umlage 2013 rund 5,3 Cent betragen – und damit die jährlichen Stromkosten eines durchschnittlichen Vier-Personen-Haushaltes um 50 bis 60 Euro verteuern.

Wenn Politiker die Bürger mit solchen Botschaften konfrontieren, befällt sie im Allgemeinen die Furcht vor der Reaktion derjenigen, die zur Kasse gebeten werden – und dies umso mehr, wenn die zusätzlichen finanziellen Lasten in einem Wahljahr anfallen. Auf den ersten Blick scheinen die Sorgen der Politik auch berechtigt. Die große Mehrheit der Bürger verfolgt die Entwicklung der Strompreise und der Energiepreise insgesamt mit großer Aufmerksamkeit. Die überwältigende Mehrheit kennt ihre Stromrechnung und hat registriert, dass die Preise auch in diesem Jahr wieder angestiegen sind. 29 Prozent empfinden diesen Anstieg als gravierend.

Für die Zukunft erwarten die meisten Bürger noch höhere Belastungen. 90 Prozent rechnen mit steigenden Strompreisen, 59 Prozent sogar mit einem deutlichen Anstieg. Diese Erwartungshaltung hat nicht nur mit den Erfahrungen der vergangenen Jahre zu tun, sondern auch mit der Einschätzung, dass die Energiewende generell die Stromkosten nach oben treiben wird. Zwei Drittel der Bürger sind überzeugt, dass der Ausstieg aus der Kernenergie und die Umsteuerung auf regenerative Energien mit deutlich steigenden Strompreisen erkauft werden muss.

Grafik Bereitschaft, für den Ausbau erneuerbarer Energien höhere Energiepreise zu zahlen
Klicken Sie auf die Grafik, um eine vergrößerte Ansicht zu erhalten

Die Bereitschaft, diesen Preis zu entrichten, hält sich allerdings in engen Grenzen. Nur 26 Prozent der Bürger sind bereit, für den Ausbau der regenerativen Energien höhere Energiepreise zu akzeptieren. 56 Prozent lehnen dies ab, knapp jeder Fünfte ist unschlüssig. Nur unmittelbar nach der Katastrophe von Fukushima stieg die Bereitschaft, höhere Preise hinzunehmen, signifikant auf 38 Prozent an, ging seither jedoch wieder kontinuierlich zurück.

Gleichzeitig verstärkte sich deutlich die Haltung, dass eine vernünftige Energiepolitik besonders auf niedrige Preise ausgerichtet sein sollte. Hielten dies 2011 58 Prozent der Bürger für ein wichtiges Ziel, sind es heute 70 Prozent.

Trotzdem sieht es zurzeit weder danach aus, dass die Bürger aufgrund der steigenden Preise die Energiewende grundsätzlich infrage stellen, noch dass die Energiepreise 2013 zu einem zündenden Wahlkampfthema werden könnten. Die Diskussion über die Kosten hat bislang nicht dazu geführt, dass die Unterstützung für die Energiewende erodiert. Sieben von zehn Bürgern halten sie für richtig, nur 14 Prozent für eine falsche Entscheidung.

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Kommentare | 6Alle Kommentare
  • 29.10.2012, 09:45 UhrHofmannM

    Die Strompreise in Deutschland werden uns Endverbraucher vom EEG und damit von der Politik ditkiert! Mit jedem Jahr werden die Strompreise durch die Politik künstlich (marktfremd) nach oben getrieben. Jeder Vernunfts- und Verstandsmenschen war und ist schon immer gegen diese diktatorische Energiewende (Wohlstandsvernichtung) gewesen. Die Energiewende ist eine politisch gewollte Stromwende. Vom bezahlbaren Allgemeingut zum unbezahlbaren Luxusgut. Für mich als Wähle steht fest. Keiner der Bundestagsparteien ist mehr wählbar. Alle haben mit der Enegiewende und der Euroschuldenbürgschaft Verrat an der deutschen sozialen Wohlstandsgesellschaft begangen. Ich wähle aus dem Bereich der "sonstigen Parteien" eine Partei, die keinen weiteren Schaden am deutschen Volk begehen wird. Hab die Schnauze voll von diesem verlogenen und heuchlerischen Bundestagsparteienpak!

  • 29.10.2012, 11:24 UhrJabitte

    Die Desinformationskampangnen der rot-grünen und seit Fukushima auch gelb-schwarzen Anti-Atommafia zeigt Früchte! Tatsächlich ist für einen Befürworter der Kernenegie keine der im Bundestag vertretenen Parteien 2013 mehr wählbar.

  • 29.10.2012, 11:28 UhrRSaeckler

    Daran sieht man doch schon, dass diese "Umfrage" auf das gewünschte Ergebnis >>Bürger stellen Energiewende trotz hoher Kosten nicht in Frage<< hin formuliert und manipuliert wurde: "Viele Bürger wünschen die Energiewende „ohne Aufpreis“ – und sind doch gleichzeitig überzeugt, dass dies unrealistisch ist." - Wenn mich so ein Fuzzy fragte: "Willst Du das doppelte Gehalt bei halbierter Arbeitszeit?" - dann würde ich auch freudig JA! rufen.
    Diese "Umfrage" und alle Interpretiererei des damit vorgeblich gefundenen Volkswqillens ist für die Rundablage...

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