Studie: Deutschland ist gerechter geworden

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Studie: Deutschland ist gerechter geworden

Laut einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ist Deutschland nicht so ungerecht, wie viele es empfinden. Fortschritte hat es bei Chancengleichheit und Lohnentwicklung gegeben.

Aus Sicht des IW geht es in Deutschland immer gerechter zu  - und verortet das größte Land Europas auf den siebten Platz in einer Liste von 28 Industriestaaten. Demnach geht es nur in Ländern wie Norwegen, Schweden, Dänemark, Neuseeland, Österreich und Finnland gerechter zu.

Die IW-Forscher haben für ihre Platzierung den Gerechtigkeitsbegriff in mehrere Unterkategorien unterteilt: Bedarfs-, Leistungs-, Chancengerechtigkeit und Verteilungs- und Einkommensgerechtigkeit, Regel- und Generationengerechtigkeit. Die Forscher berufen sich dabei auf Daten der OECD und der Weltbank. So schneidet Deutschland besonders gut bei der Bedarfsgerechtigkeit ab. Hier haben die IW-Forscher ermittelt, ob möglichst viele Menschen im Land ihre Grundbedürfnisse decken können: Verfügbarkeit von Ärzten, Leistungen für Familie und Kinder, Gesundheitsausgaben. Hier belegt Deutschland den sechsten Rang. Bei der Einkommensgleichheit landet die Bundesrepublik hingegen im Mittelfeld – auf Platz 13. Allerdings ist der Abstand hier zum zweitplatzierten Finnland gering: Deutschland erhält in dieser Kategorie 83 und Finnland 89 Punkte.

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Verantwortlich für die Verbesserung waren etwa die Lohnsteigerungen. Diese haben ab 2011 zu mehr Gerechtigkeit geführt, weil sie dafür gesorgt haben, dass die Arbeitslöhne eher mit der gestiegenen Produktivität korrespondieren. Entscheidend waren zudem der Aufschwung der vergangenen Jahre und der damit verbundene Rückgang der Arbeitslosigkeit.

Beim Thema Bildung sieht es anders aus. Deutschland schafft es mit 60 Punkten nur auf Platz 14 – Neuseeland, auf Platz zwei, hat nur zwei Punkte weniger als das erstplatzierte Norwegen, nämlich 84. Der Abstand zu Deutschland ist also groß.

Das IW diagnostiziert Deutschland im Bereich „Frühkindliche Bildung“, „Staatliche Bildungsinvestitionen“ oder „Qualität der Lehre“ erhebliches Verbesserungspotenzial, trotz des Ausbaus frühkindlicher Bildung und einer niedrigen Jugendarbeitslosigkeit – die vor allem der guten Arbeitsmarktlage zu verdanken ist und nicht einem verbesserten Bildungssystem.

"Unsere Politik ist derzeit nicht ausreichend, möglichst vielen eine faire Teilhabe am Bildungssystem zu ermöglichen", sagt INSM-Geschäftsführer Hubertus Pellengahr. "Besonders Kinder aus bildungsfernen Schichten haben hier häufig das Nachsehen." Notwendig sei daher eine bessere und individuelle Förderung sowie eine höhere Qualität der Bildung. "Die Chancengerechtigkeit ist das zentrale Versprechen der sozialen Marktwirtschaft", ergänzte Pellengahr. "Die können und müssen wir in Deutschland weiter verbessern."

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