Studie: Medienpräsenz von Greenpeace schwindet

Studie: Medienpräsenz von Greenpeace schwindet

Die Präsenz von Greenpeace in den Medien ist nach Ansicht der Deutschen deutlich zurückgegangen. Vor allem beim Thema Klimaschutz findet die Umweltorganisation nur wenig Gehör. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Studie des Marktforschungsunternehmens Dialego im Auftrag der WirtschaftsWoche.

Trotz der enormen Bedeutung des Themas Klimawandel in den Medien ist es Greenpeace nicht gelungen, die eigene Präsenz in den Medien zu steigern. Zwar kennen 94 Prozent der 1000 befragten Deutschen die Umweltorganisation Greenpeace. 56 Prozent von ihnen sind jedoch der Meinung, dass die Präsenz von Greenpeace in den Medien in den letzten Jahren zurückging. 28 Prozent sind der Ansicht, die Präsenz sei gleich geblieben. Nur sieben Prozent meinen, die Präsenz sei gestiegen. Vor allem beim Thema Klimawandel hat Greenpeace den Anschluss an die öffentliche Debatte verloren: Nur ein Prozent der Deutschen verbinden mit Greenpeace das Thema Klimaschutz. Deutlich besser sind die Ergebnisse für Themen wie Walfang (26 Prozent) oder Atomkraft (8 Prozent).

Im Interview mit der WirtschaftsWoche räumt Gerd Leipold, Chef von Greenpeace International, ein, dass das Thema Klimawandel der Organisation Probleme bereitet: „Der Klimawandel ist ein Thema, das sich recht schwer fassen und vermitteln lässt. Früher haben wir gegen die Verschmutzung von Flüssen gekämpft. Ein Foto von einem Abwasserrohr eines Chemieriesen erzählte im Prinzip die ganze Geschichte. Beim Klimaschutz werden Sie so ein Bild vergeblich suchen.“

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Spektakuläre Aktionen kommen bei der Jugend schlechter an

Die spektakulären Greenpeace-Aktionen, die Industrie, Behörden oder Umweltkriminelle das Fürchten lehren sollen, kommen bei jungen Deutschen deutlich schlechter an als bei älteren. Nur 40 Prozent der 14- bis 29-Jährigen finden die Aktionen gut, bei den über 50-Jährigen sind es 56 Prozent.

Greenpeace werde auch in Zukunft an den Protestaktionen festhalten, so Leipold, allerdings gebe es eine strategische Neuausrichtung: In Ländern, wo das Problembewusstsein der Öffentlichkeit nicht so entwickelt sei wie in Deutschland, zum Beispiel in Asien, Lateinamerika und Afrika, werde weiterhin vor allem auf Protestaktionen gesetzt. „In den westlichen Industrienationen, wo die Umweltbewegung gut etabliert ist, werden wir verstärkt konkrete Lösungen entwickeln“, sagt Leipold.

Konstruktive Lösungen

Trotz der neuen Ausrichtung auf konstruktive Lösungen – beispielsweise Studien über die künftige Energieversorgung oder die Entwicklung umweltfreundlicher Produkte – muss die Wirtschaft mit scharfen Angriffen von Greenpeace rechnen. „Manche Unternehmen müssen Angst vor uns haben“, sagt Leipold, der namhafte Konzerne wieder verstärkt zum Angriffsziel machen will. „Es gibt Unternehmen wie Esso, die nichts gelernt haben, die auf Teufel komm raus Geld verdienen wollen“, sagt Leipold. „Solche Unternehmen müssen natürlich damit rechnen, ins Fadenkreuz von Greenpeace zu geraten.“

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