Studie: Schöne Welt mit dem Mindestlohn

KommentarStudie: Schöne Welt mit dem Mindestlohn

von Cornelia Schmergal

Warum eine neue Untersuchung zu den fiskalischen Effekten einer Lohnuntergrenze zu kurz geraten ist. Ein Kommentar von WirtschaftsWoche-Reporterin Cornelia Schmergal

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Ein Bauarbeiter in Stuttgart

Ja, die Welt könnte so schön sein. In Großbritannien könnten alle königlichen Ehen ein Leben lang halten. Die Sonne könnte jeden Tag scheinen. Und alle Menschen könnten einen gut bezahlten Job haben. Leider sieht die Realität ein wenig anders aus.

Doch die Wissenschaftler vom Schweizer Forschungsunternehmen Prognos hätten die Welt gern ein bisschen freudvoller. Und schlichter. Würde der Staat einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro einführen, wie es die Gewerkschaften fordern, dann könnte er sich über Mehreinnahmen von sieben Milliarden Euro freuen. Und damit so ganz nebenbei auch seine Haushalte sanieren, so hat es das Prognos-Institut in einer Studie für die Friedrich-Ebert-Stiftung errechnet. Glücklicher Finanzminister, glückliche Arbeitnehmer, glückliche Welt.

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Die Forscher haben es sich leicht gemacht

Allerdings hat die Sache einen Haken. Einen entscheidenden Punkt haben die Wissenschaftler nämlich ignoriert: Die Frage, ob bei einem Mindestlohn von 8,50 Euro alle Arbeitnehmer überhaupt ihren Job behalten würden. Jene zum Beispiel, die am Schulabschluss gescheitert sind. Jene, die nie in den Genuss einer Ausbildung gekommen sind. Jene, die vielleicht einfach Pech im Leben hatten. Jene, deren Produktivität leider so niedrig ist, dass es sich selbst für wohlmeinende Arbeitgeber schlicht nicht rechnen würde, sie zu beschäftigen.

Mögliche negative oder positive Beschäftigungseffekte ließen sich nicht eindeutig vorhersagen, heißt es in der Studie. Daher sei diese Frage ausgeklammert worden. Man kann es sich auch einfach machen.

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