Studie: Schwarzarbeit in Deutschland nimmt 2009 um fünf Milliarden Euro zu

Studie: Schwarzarbeit in Deutschland nimmt 2009 um fünf Milliarden Euro zu

Die Wirtschaftsabschwung ist Wasser auf den Mühlen der Schattenwirtschaft: Der Schwarzarbeits-Experte Friedrich Schneider prognostiziert, dass die Rezession die deutsche Schattenwirtschaft in diesem Jahr deutlich ankurbeln wird.

Fast alle Wirtschaftsindikatoren zeigen in diesem Jahr nach unten, doch ein Sektor wird boomen: die Schwarzarbeit. Allein in Deutschland steigt ihr Volumen 2009 um fünf Milliarden auf knapp 352 Milliarden Euro, prognostiziert der Ökonom Friedrich Schneider von der Universität Linz, einer der profiliertesten Kenner der Materie. Damit entspricht die Schattenwirtschaft 14,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Als wichtigsten Auslöser für den Anstieg identifiziert Schneider die Weltwirtschaftskrise. Allerdings schließt er nicht aus, dass er die Zahlen zur Schwarzarbeit in Deutschland noch nach oben revidieren muss. „Ich bin in meiner Prognose von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 2,5 Prozent ausgegangen, was mittlerweile optimistisch erscheint.“

Noch stärker legt die Schwarzarbeit laut Schneider in den Ländern zu, in denen die Wirtschaftskrise früher und härter als in Deutschland eingesetzt hat, insbesondere in Spanien, Großbritannien und Irland. „Je stärker die Länder von der Wirtschaftskrise betroffen sind, desto stärker legt die Schwarzarbeit zu“, sagt Schneider. Der Grund: Arbeitslose und Kurzarbeiter suchen nach alternativen Verdienstmöglichkeiten. Die Weltwirtschaftskrise löst damit in allen 21 untersuchten OECD-Staaten eine Trendwende aus. Denn seit 2003 war der Schwarzmarktsektor dort überall geschrumpft.

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Am häufigsten sind Schwarzarbeiter in Deutschland 2009 im Bauhauptgewerbe beschäftigt, also bei Arbeiten am Rohbau. Zweitwichtigstes Betätigungsfeld ist das Baunebengewerbe, zu dem etwa Tapezier- und Malerarbeiten zählen. Schneider geht davon aus, dass die illegal absolvierten Arbeitsstunden der Leistung von acht Millionen Vollzeitbeschäftigten entsprechen.

„Um der steigenden Schwarzarbeit zu begegnen, muss legale Arbeit attraktiver werden“, fordert Handwerks-Präsident Otto Kentzler. Vor allem kleine und mittlere Einkommen müssten entlastet werden. Kentzler: „Geringe Abgaben und Steuern sind immer noch das beste Mittel gegen Schwarzarbeit.“

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