Stuttgart 21: Mit großen Schritten in die Tiefe

Stuttgart 21: Mit großen Schritten in die Tiefe

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Bahn-Chef Rüdiger Grube hat Grund zur Freude: Stuttgart 21 kommt

Das Votum ist durch, jetzt soll es schnell gehen. Wegen der Proteste hat Stuttgart 21 bereits Verspätung. Bahnchef Grube will deshalb Fahrt aufnehmen. 2019 sollen die ersten Züge am neuen Bahnhof fahren.


"Ich freue mich über das gestrige Ergebnis", sagte Bahnchef Rüdiger Grube über das Votum der Baden-Württemberger. Kein Wunder: Nach monatelangen Unterbrechungen, Schlichtergesprächen und Demonstrationen, können Grube und sein Team das Großprojekt Stuttgart 21 nun voran treiben. Grube betonte, die Bahn wolle alles tun, um das Projekt so schnell wie möglich - und vor allem innerhalb des gesteckten Kostenrahmens - zu realisieren.

Die Bahn veranschlagt mittlerweile 4,1 Milliarden Euro für das Prestigeobjekt in der Landeshauptstadt. Ursprünglich waren 2,6 Milliarden geplant. Die S21-Gegner rechnen sogar mit Kosten in Höhe von bis zu sechs Milliarden Euro. Daran will Ministerpräsident Winfried Kretschmann gar nicht denken und pocht - zu Recht - auf Einhaltung des Kostenfahrplans. Er akzeptiere die Entscheidung der Baden Württemberger, mehr als die zugesagten 930 Millionen Euro werde das Land aber nicht zum Bauprojekt beisteuern.

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Im Zweifelsfall zahlt das Land doch

Die Bahn täte also gut daran, die Obergrenze von 4,5 Milliarden nicht zu überschreiten. Der technische Vorstand der Bahn, Volker Kefer, ist optimistisch. "Von einer Kostensteigerung kann keine Rede sein", sagte er. Was aber jeder Häuslebauer weiß - im Nachhinein wird es immer teurer als geplant. Und so muss auch Kefer einräumen, dass es bei solchen großen Bauprojekten immer Risiken gebe. Und dann müsse man sich - Kretschmanns Standpunkt hin oder her - noch mal an einen Tisch setzen.

An diesem Tisch säßen dann Vertreter der Stadt Stuttgart, des Landes, des Bundes, der Bahn und des Stuttgarter Flughafens. "Es darf sich keiner in die Ecke setzen und sagen, ich nicht." Zu deutsch: Kretschmann kann sich weigern, so viel er will. Wird der neue Bahnhof teurer als geplant, zahlt das Ländle mehr. Denn, wie Kefer sagt: "Wir haben einen Vertrag mit dem Land Baden-Württemberg, nicht mit der Landesregierung." Und dieser Vertrag sieht vor, dass sich das Land an den Kosten beteiligt. Punkt.

Wie es jetzt weiter geht

Bisher hinken die Bauarbeiten dem ursprünglichen Zeitplan um ein Jahr hinterher. Projektleiter Wolfgang Dietrich erklärte aber, man sehe gute Chancen, "dies wieder einzuholen". Schon "im November 2019 soll der erste Zug in den Stuttgarter Tiefbahnhof einfahren".

Die Bahn wird sich jetzt daran machen, Aufträge für die weiteren Baumaßnahmen zu vergeben. Ende des Jahres erwarten Kefer und Grube diesbezüglich konkrete Ergebnisse. Anfang nächsten Jahres soll dann auch der Südflügel des alten Bahnhofs abgerissen werden. Außerdem wollen man dann weitere Bäume fällen. Momentan gehen die Arbeiten am Grundwassermanagement weiter. Konkret heißt das: Es werden Leitungen entlang der Neubaustrecke und des Gleisvorfelds verlegt. Mitte nächsten Jahres sollen dann die Tunnelarbeiten beginnen. Insgesamt sollen nachher 57 Kilometer neue Bahnstrecke entstehen. Mehr als die Hälfte, nämlich 33 Kilometer, werden Tunnel sein. Dazu gibt es 18 Brücken und vier neue Bahnhöfe: ein S-Bahnhof, der eigentliche Tiefbahnhof, ein ICE-Stop am Flughafen und ein Abstellbahnhof. Durch einen der Tunnel soll der Tiefbahnhof an das regionale Netz angeschlossen werden.

Den Dialog mit S21-Gegnern will Grube dennoch aufrecht erhalten: Er wünsche sich ein Miteinander von Befürwortern und Gegnern, "um das Projekt voranzubringen".

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