Südeuropa blickt auf die Bundestagswahl: "Das sind auch unsere Wahlen"

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Südeuropa blickt auf die Bundestagswahl: "Das sind auch unsere Wahlen"

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Demonstranten empfingen Bundeskanzlerin Merkel 2012 in Athen mit dem Slogan "Frau Merkel get out". Die Bundestagswahl wird in den Euro-Krisenländern genau beobachtet.

Südeuropa blickt gebannt auf die Wahl in Deutschland. Für die Krisenländer Spanien, Portugal und Griechenland steht einiges auf dem Spiel. Ein drastischer Wandel wird nicht erwartet, aber Viele hoffen auf eine Lockerung der Sparauflagen.

Bei Wahlen daheim in Portugal stimmt Nuno für die Konservativen. Zur Bundestagswahl in Deutschland drückt der Bäcker im Geschäftsviertel Avenidas Novas in Lissabon jedoch der SPD die Daumen. „Wenn in Deutschland weiterhin die Rechten allein das Sagen haben, sparen wir uns hier in Portugal tot“, meint der 58-Jährige. „In meinem Café ging die Kundschaft in zwei Jahren um mindestens 30 Prozent zurück. Mir steht das Wasser bis zum Hals.“

In Südeuropa blicken viele Menschen gebannt auf Deutschland. Denn der Ausgang der Bundestagswahl am 22. September wird auch Auswirkungen auf ihre Lebensbedingungen haben. Spanier, Portugiesen und Griechen fragen sich: Wird die künftige Bundesregierung in der EU darauf bestehen, dass die Euro-Krisenländer weiterhin drastisch sparen müssen? Oder wird Berlin künftig vom Sparkurs abgehen und mehr für das Wirtschaftswachstum tun?

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Gretchenfrage der Bundestagswahl Sagt Parteien, wie löst ihr die Eurokrise?

Der Hickhack um ein neues Griechenlandpaket katapultiert die Euro-Krise wieder ins öffentliche Bewusstsein. Die Bundesbürger haben die Wahl - zwischen schwarz-gelbem Durchwursteln oder rot-rot-grüner Haftungsunion.

Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Wie wichtig die Wahl für die Südeuropäer ist, zeigen die Schlagzeilen der Presse. „Griechenland steht vor Wahlen, aber die finden in Deutschland statt“, titelte die Athener Zeitung „Ta Nea“ kürzlich. Das spanische Blatt „El Periódico“ meint: „Die deutschen Wahlen sind auch unsere Wahlen.“

In Griechenland weckt die Wahl ein solches Interesse, dass Wahlkampf-Äußerungen deutscher Politiker fast täglich auf den Titelseiten der Zeitungen erscheinen. Sie werden in Berichten und Analysen genau unter die Lupe genommen, ob sie vielleicht Aufschluss geben bei der Frage: Wie soll es mit Griechenland weitergehen? Für die griechischen Politiker ist die Wahl in Deutschland ein heikles Thema. Nicht einmal in vertraulichen Gesprächen wollen sie sich dazu äußern, welches Ergebnis ihnen denn am liebsten wäre.

Allerdings gehen viele Südeuropäer davon aus, dass sich am Mehrheitsverhältnis im Bundestag wenig ändern wird. „Ein leicht vorhersehbares Ergebnis“, meint die linksliberale römische „La Repubblica“. „Die Kanzlerin wird bestätigt werden.“ Deutschland werde weiter die Alte Welt führen. Das dürfte viele Italiener beruhigen, sollten sie sich Sorgen darüber machen, wer Europa durch die Wirtschaftskrise führen kann.

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