Deutschland ist gut gerüstet für die Zukunft, aber wie lange noch

Sustainable Governance Indicator: Deutschland ist wirtschaftlich gut gerüstet

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Der deutsche Arbeitsmarkt bleibt stark: Ein Auszubildender im BMW-Motorradwerk in Berlin.

Deutschlands Wirtschaft macht im internationalen Vergleich eine gute Figur. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung sieht dafür vor allem zwei Gründe - aber auch einige Gefahren.

Nur wenige Industriestaaten haben sich mit Blick auf die eigene Zukunftsfähigkeit in den vergangenen zehn Jahren so positiv entwickelt wie Deutschland. Das ist das Fazit des aktuellen "Sustainable Governance Indicators" der Bertelsmann-Stiftung. Unter den 41 untersuchten Staaten steht Deutschland demnach auf Rang sechs. Neben Deutschland erreichen vor allem Großbritannien, die skandinavischen und baltischen Länder Spitzenwerte. Besonders schlecht schnitten Chile, Mexiko, und südeuropäische Länder ab.

Für die Studie wurden 136 Indikatoren zu einem „Sustainable Governance Indicator“ (SGI) verrechnet: Dabei betrachtete die Stiftung sowohl Faktoren aus aktuellen Maßnahmen als auch die Reformfähigkeit und Stärke des Rechtsstaats. Die Studie erscheint bereits zum fünften Mal, seit 2015 jährlich.

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Positiv bewerten die Forscher in Deutschland vor allem den stabilen Arbeitsmarkt mit einer Jugendarbeitslosigkeit von nur 7,2 Prozent. Auch die deutsche Umweltpolitik sei besonders zukunftsorientiert. Als Beispiel wird die hohe Recyclingquote von 46,6 Prozent genannt. Überdurchschnittlich hoch ist auch die Zahl der Patentanmeldungen: 225 auf eine Million Einwohner.

Kritisiert wird dagegen die Komplexität des Steuersystems. Hier landet Deutschland nur auf dem 29. Platz. Mäßig schneidet Deutschland auch bei der Vermeidung von Armut und sozialer Ausgrenzung ab (21. Platz). Insbesondere Alleinerziehende sind überproportional von Armut betroffen. Eine besondere sozialpolitische Herausforderung sieht die Studie zudem in der Integration von Flüchtlingen. Hier steigt das Risiko einer verstärkten Polarisierung in Politik und Gesellschaft.

Als Gefährdung der Zukunftsfähigkeit betrachten die Autoren auch die Rente mit 63 angesichts der Überalterung der deutschen Gesellschaft. Mit einem Verhältnis von 31,95 Rentnern auf 100 Arbeitnehmer belegt Deutschland den drittletzten Platz.

Ein weiteres Defizit Deutschlands sieht die Studie in der mangelhaften strategischen Planungsfähigkeit: Erst nach Monaten der Flüchtlingskrise war die Regierung in der Lage, ihre Kompetenzen zu ordnen und effektiv zu handeln. Aus Sicht der Studie fehlen Initiativen, die über die Erfüllung des Koalitionsvertrags hinausgehen.

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