Tage der Entscheidung : Papst empfängt umstrittenen Bischof vorerst nicht

ThemaKirche

Tage der Entscheidung : Papst empfängt umstrittenen Bischof vorerst nicht

Papst Franziskus hat auch am Dienstag zunächst keinen deutschen Besuch empfangen, um den Fall des umstrittenen Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst zu erörtern.

Das Bulletin des Vatikans vermerkte keine Audienz des Papstes, also auch kein Gespräch mit Tebartz-van Elst oder dem Vorsitzenden der deutschen Bischöfe, Robert Zollitsch. Die mittägliche Mitteilung des Heiligen Stuhls führt einen Amtsverzicht und Ernennungen in anderen Ländern auf.

Zollitsch und Tebartz-van Elst sind beide in Rom. Zollitsch will den Skandal von Limburg in dieser Woche mit dem Papst erörtern. Das dürfte bis zum Donnerstag der Fall sein. Auch der 53-jährige Bischof möchte mit dem Papst über seine Zukunft reden. Offen ist, ob Tebartz-van Elst eine Audienz beim Papst erhält. Tebartz-van Elst steht wegen der enormen Kosten für den Neubau seiner Bischofsresidenz unter Druck. Zudem hat die Staatsanwaltschaft Hamburg einen Strafbefehl wegen Falschaussage gegen ihn beantragt.

Anzeige

Im Finanzskandal um die neue Residenz des Limburger Bischofs hat unterdessen die Katholische Jugend die Zusammenarbeit mit Franz- Peter Tebartz-van Elst aufgekündigt. Aus Sicht der Mitglieder der katholischen Jugend in Limburg sei eine Katastrophe eingetreten, sagte der Vorsitzende des Bundes der Deutschen katholischen Jugend (BDKJ), Dirk Tänzler, am Dienstag dem rbb-Hörfunksender radioeins. „Und sie sagen ganz deutlich: Wir können uns nicht vorstellen, mit dem Bischof weiter zusammenzuarbeiten.“ Zur Zukunft des Bischofs sagte Tänzler: „Ich hoffe, dass er in der Tat für sich Konsequenzen zieht (...).“

weitere Artikel

Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller warf den Kontrollorganen im Bistum Limburg vor, versagt zu haben. „Man staunt wirklich, dass ein solches Palais entsteht und keiner merkt, was hier an Summen verbaut wird“, sagte Schüller im Bayerischen Rundfunk. Unter den Vorgängerbischöfen sei im Bistum Limburg immer eine seriöse und konservative Finanzpolitik betrieben worden, sagte Schüller, der Referent des früheren Limburger Bischofs Franz Kamphaus war. Dieses seriöse Image sei jetzt „mit einem Schlag komplett zerstört“ worden.
Das Bistum Speyer kündigte an, die Finanzen des Bischöflichen Stuhls offenzulegen. In den vergangenen Tagen hätten sich viele Gläubige mit Sorge an ihn gewandt, teilte Bischof Karl-Heinz Wiesemann mit. Gegen Tebartz-van Elst hat die Hamburger Staatsanwaltschaft zudem einen Strafbefehl wegen falscher Versicherung an Eides statt beantragt - dabei geht es um eine Flugreise des Bischofs nach Indien in der ersten Klasse. Der Kirchenrechtler Thomas Schüller sieht einen Riesen-Imageschaden für die katholische Kirche. „Er reicht mit Sicherheit an die Qualität der Missbrauchsdebatte heran“, sagte Schüller „Focus Online“.
Der Leiter der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan, Pater Bernd Hagenkord, sagte den „Ruhr Nachrichten“ (Dienstag), dass der Limburger Bischof sein Schicksal in die Hände des Papstes legen wolle - „das klingt für mich fast wie die Ankündigung eines Rücktrittsangebots“.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%