Tarifeinigung: Streik der Ärzte an Uni-Kliniken abgewendet

Tarifeinigung: Streik der Ärzte an Uni-Kliniken abgewendet

, aktualisiert 05. November 2011, 16:36 Uhr
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Ein Stethoskop steckt in Berlin in der Tasche eines Arztes.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Tarifgemeinschaft der Länder hat mit Zugeständnisse an den Marburger Bund einen Streik an Unikliniken abgewendet. Die Tarifeinigung sieht lineare Gehaltserhöhungen und deutlich mehr Geld für Nachtarbeit vor.

BerlinEin Ärztestreik an den Universitätskliniken ist abgewendet. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund und die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) einigten sich am Samstag in Berlin auf eine Gehaltserhöhung von 3,6 Prozent für die rund 20.000 betroffenen Ärzte. Zusätzlich erhalten die Mediziner eine Einmalzahlung in Höhe von 350 Euro für die vergangenen Monate.

Nachtschichten und Bereitschaftsdienste werden künftig mit einem Zuschlag von 20 Prozent auf den üblichen Stundenlohn vergütet. Sämtliche Änderungen sollen ab sofort gelten, der neue Tarifvertrag läuft bis Ende Februar 2013.

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Der TdL-Vorsitzende Hartmut Möllring zeigte sich erfreut darüber, den Streik noch abgewendet zu haben. „Schöner wäre es gewesen, wie wir uns noch ein bisschen früher geeinigt hätten, aber manchmal ist es eben erst möglich, wenn es fünf vor zwölf ist“, sagte er. „Aber besser als fünf nach zwölf.“

Auch der Marburger Bund begrüßte die Einigung. „Wir sind mit diesem Abschluss natürlich nicht jubelnd zufrieden, aber Ärzte, die bisher im Bereitschaftsdienst gar keine Zulage gekriegt haben, kriegen jetzt 20 Prozent Zuschlag“, sagte der Vorsitzende der Ärztegewerkschaft, Rudolf Henke. „Ärzte, die bisher 1,28 Euro für die Nachtstunde bekommen haben, kriegen jetzt 20 Prozent dazu“.

Dies bedeute je nach Tarifgruppe mindestens 4,50 Euro. „Strich drunter: Nicht alle unsere Wünsche sind erfüllt, die eine oder andere Kröte ist dabei, aber ich glaube, es ist trotzdem eine gute Nachricht für die Ärztinnen und Ärzte und damit für die Patienten“.

Der Marburger Bund hatte für die Ärzte fünf Prozent mehr Lohn sowie eine bessere Bezahlung von Bereitschaftsdiensten gefordert. Frühere Tarifrunden waren zum Teil mit Arbeitsniederlegungen verbunden gewesen, bei denen auch Operationen verschoben werden mussten. Der ursprünglich ab Montag geplante Ärztestreik an den 23 Uni-Kliniken, für die die TdL zuständig ist, hätte für zahlreiche Patienten Verzögerungen und spätere Termine für planbare Eingriffe bedeutet.

Quelle:  Handelsblatt Online
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