Tarifstreit: "Die IG Metall hat nicht mehr alle Tassen im Schrank"

Tarifstreit: "Die IG Metall hat nicht mehr alle Tassen im Schrank"

Bild vergrößern

Der IG-Metall, im Bild ihr Vorsitzende Berthold Huber, attestieren die Arbeitgeber zu wenig Geschirr im Schrank

Die IG Metall fordert in den anstehenden Tarifverhandlungen für die bundesweit 3,6 Millionen Beschäftigten Lohnsteigerungen von acht Prozent. Die Arbeitgeber reagieren mit Beschimpfungen.

Die Forderung beschloss der Vorstand von Deutschlands größter Gewerkschaft heute in Frankfurt. Gesamtmetall-Chef Martin Kannegiesser hatte Mitte des Monats eine „ordentliche“ Lohnerhöhung in Aussicht gestellt, die Forderung von bis zu acht Prozent später aber mit den Worten kommentiert: „Die IG Metall hat nicht alle Tassen im Schrank.“

 „Diese Forderung ist ökonomisch und sozial geboten“, sagte hingegen Gewerkschaftschef Berthold Huber. Die Laufzeit eines neuen Tarifvertrags soll demnach bei zwölf Monaten liegen. Die Verhandlungen beginnen Anfang Oktober. „Mit unserer Forderung wollen wir dazu beitragen, das Wachstum zu stabilisieren, indem wir die Kaufkraft der Menschen stärken“, sagte Huber. „Die Realität ist, wir produzieren auf sehr hohem Nivieau, und das wird auch in absehbarer Zukunft so bleiben, auch wenn wir nicht mehr so schnell wachsen werden.“

Anzeige

Arbeitgeber weisen Forderungen als realitätsfremd zurück

In den vergangenen Wochen hatten sich alle Gewerkschaftsbezirke dafür ausgesprochen, die vom Vorstand empfohlene Bandbreite zwischen sieben bis acht Prozent voll auszureizen. Die IG Metall kritisiert, in der größten deutschen Branche mit ihren 3,6 Millionen Beschäftigten gebe es eine Gerechtigkeitslücke. Die Gewinne der Metall-Unternehmen seien von 2003 bis 2007 um satte 220 Prozent hochgeschnellt. Die Einkommen seien dagegen im gleichen Zeitraum nur um effektiv 8,7 Prozent gestiegen.

Die Maschinen- und Anlagenbauer haben die Tarifforderung der IG Metall hingegen ebenfalls als realitätsfremd kritisiert. „Die IG-Metall-Spitze nimmt offenkundig nicht wahr, was in dieser Welt vor sich geht“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands VDMA, Hannes Hesse, heute in Frankfurt. „Anders kann ich mir die exorbitante Forderung von acht Prozent nicht erklären.“ Die IG Metall schüre unerfüllbare Hoffnungen. Es gebe in der Metallindustrie keinen Nachholbedarf, da die Löhne in dieser Branche in den vergangenen Jahren stärker gestiegen seien als in anderen Bereichen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%