Tarifverhandlungen: Beamten: "Unmut deutlich zeigen"

Tarifverhandlungen: Beamten: "Unmut deutlich zeigen"

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Frank Stöhr, Vorsitzender der Tarifunion des Deutschen Beamtenbundes (dbb-tarifunion)

Frank Stöhr ist Vorsitzender der Tarifunion des Deutschen Beamtenbunds (DBB) und DBB-Verhandlungsführer in der aktuellen Tarifrunde im öffentlichen Dienst.

WirtschaftsWoche: Herr Stöhr, am kommenden Montag gehen die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder in die zweite Runde. Wie sehen Sie die Chancen auf eine Einigung?

Frank Stöhr: Noch gibt es keine Bewegung. Aber nach der zweiten Verhandlungsrunde werden wir zumindest wissen, wie ernst es die Arbeitgeber meinen. Sie können sicher sein: Wenn es am Montag kein vernünftiges Angebot gibt, werden die Arbeitnehmer vor Ort ihren Unmut deutlich zeigen – und dazu gehören auch Warnstreiks.

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Juckt es jemanden, wenn ein paar Sachbearbeiter in Landesbehörden streiken? Das kriegt der Bürger im Zweifelsfall doch gar nicht mit.

Nun unterschätzen Sie mal nicht unsere Durchschlagskraft! Bei uns sind allein 10.000 Straßenwärter organisiert. Auch an den Universitätskliniken sind Streiks möglich. Und wenn zum Beispiel IT-Mitarbeiter der Finanzverwaltung die Arbeit niederlegen, hat das  durchaus eine Wirkung. Ich sage aber auch ganz klar: Ein Streik ist für uns nur die ultima ratio.

Sind Sie angesichts der Wirtschaftskrise denn bereit, von Ihrer 8-Prozent-Forderung abzurücken?

Nein. Seit 2003 sind die Nettoeinkommen des Landesbeschäftigten um real 7,9 Prozent  gesunken. Da gibt es also Nachholbedarf. Im Übrigen brauchen wir auch ein anständige Bezahlung, um den Nachwuchsmangel  im öffentlichen Dienst zu bekämpfen, Es wird immer schwieriger, zum Beispiel Techniker, IT-Experten oder Ärzte für das öffentliche Gesundheitswesen zu bekommen. Die gehen lieber in die Privatwirtschaft.

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