Tarifverhandlungen: Klinikärzte wollen mehr Geld und Zeit mit der Familie

Tarifverhandlungen: Klinikärzte wollen mehr Geld und Zeit mit der Familie

Derzeit läuft die dritte Tarifrunde für 52.000 Ärzte an kommunalen Kliniken. Die Ärztegewerkschaft verlangt 5,4 Prozent mehr Geld, weniger Wochenenddienste und eine bessere Bezahlung der Bereitschaftsdienste.

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Die Ärzte an den kommunalen Kliniken wollen mehr Geld.

Die Tarifverhandlungen für die 52.500 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern sind in der dritten Runde fortgesetzt worden. Der Marburger Bund fordert 5,4 Prozent mehr Geld, eine Begrenzung auf zwei Wochenenddienste im Monat und eine bessere Bezahlung der Bereitschaftsdienste. Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) bezeichnet die von der Ärztegewerkschaft verlangte Erhöhung bislang als „vollkommen unrealistisch“.

Was Ärzte verdienen

  • Allgemeinmediziner

    Allgemeinmediziner verdienen im Vergleich am wenigsten. Ihr Jahreseinkommen liegt nach Abzug der Praxiskosten, aber noch mit persönlichen Abgaben und Steuern bei 116.000 Euro. Das hat das Statistische Bundesamt 2013 ausgerechnet.

  • Kinderarzt

    Um die kleinsten und schon etwas größeren Erdenbewohner kümmert sich der Kinderarzt. Er verdient 124.000 Euro im Jahr.

  • Neurologen und Psychiater

    Eine Schädigung des Gehirns nach einen Schlaganfall zeigt dieses Bild eines Professors aus Jena. Neurologen und Psychiater liegen mit ihrem Einkommen von 128.000 Euro auf dem drittletzten Platz.

  • Orthopäde

    Künstliche Hüftgelenkkugeln aus Biokeramik mit einem vergrößerten Durchmesser von 36 Millimetern sind eine Entwicklung einer Orthopädie-Firma aus Ostthüringen. Neue Hüften, aber auch Prothesen verschreibt der Orthopäde. Mit 186.000 Euro Jahreseinkommen hätte es beinahe für den Spitzenplatz gereicht.

  • Radiologe

    Radiologen verdienen mit Abstand am besten: Ihr Jahreseinkommen liegt bei 264.000 Euro; damit verdienen sie knapp 80.000 Euro mehr als der zweitplatzierte Orthopäde.

  • Urologen

    Nach dem Organskandal - hier die Entnahme einer Niere im Universitätsklinikum Jena - haben vor allem Urologen an Prestige verloren. Ihrem Verdienst hat das bislang nicht geschadet: Mit 167.000 Euro Jahreseinkommen liegen sie auf Platz 4

  • Augenarzt

    Erkrankungen wie der graue Star lassen sich mit diesem Gerät besonders gut erkennen. Mit einem Jahreseinkommen von 170.000 Euro im Jahr liegt der Augenarzt auf Platz 3 der bestverdienenden Mediziner in Deutschland.

  • Chirurg

    Hier bereitet sich der Chirurg auf die Operation einer gebrochenen Hand vor. Er hat ein Jahreseinkommen von 148.000 Euro im Jahr.

  • Frauenarzt

    Jedes Jahr sterben etwa 18.000 Frauen an Brustkrebs, 48.000 Fälle werden diagnostiziert. Vorsorgeuntersuchungen sollten beim Frauenarzt gemacht werden. Er verdient mit 145.000 Euro etwas mehr als der HNO-Arzt.

  • Hautarzt

    Mit diesem Vergrößerungsglas wird hier die Hautkrebs-Früherkennung durchgeführt. Für mehr als 218 000 Menschen ist die Diagnose tödlich. Der Hautarzt hat 155.000 Euro zur Verfügung.

  • HNO

    Über 100 Jahre alt ist der Ohrstöpsel schon alt. Um die Gesundheit drei unserer Sinnesorgane kümmert sich der Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Dafür wird er mit jährlich 144.000 Euro entlohnt.

  • Internist

    Der Internist, der sich vor allem um Organe im inneren des Menschen wie Herz und Nieren kümmert, liegt mit seinem Verdienst bei 158.000 Euro im Jahr.

Die Arbeitgeberseite erwartete vor den zweitägigen Verhandlungen der dritten Runde konkretere Gespräche für die größte Gruppe unter den Krankenhausärzten in Deutschland. Der Tarifvertrag gilt bundesweit - mit Ausnahme von Berlin und Hamburg - für rund 550 Kliniken.

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Für den Marburger Bund stehen eine Steigerung der Entgelte und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Mittelpunkt. Die Hälfte der Krankenhausärzte leiste mehr als vier Bereitschaftsdienste pro Monat, berichtete die Ärztegewerkschaft aus einer Befragung ihrer Mitglieder. Die Arbeitgeber ignorierten die hohe Arbeitsbelastung in den 24-Stunden-Diensten. Die Arbeitgeber hielten der Gewerkschaft vor, deren Forderungen summierten sich auf ein Volumen von neun Prozent für zwölf Monate.

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