Tauchsieder: Der Vormarsch der kleinen Parteien

ThemaParteien

kolumneTauchsieder: Der Vormarsch der kleinen Parteien

Kolumne von Dieter Schnaas

FDP, Linke, AfD, Piraten - landen die kleinen Parteien am 22. September im Bundestag oder im Abseits? Wahlwette auf eine Berliner Villa Kunterbunt.

In acht Tagen schauen alle halbwegs Politikinteressierten in die Röhre, um zu sehen, wie Stefan Raab sich schlägt als Moderator des großen Fernsehduells zwischen Angela Merkel (CDU) und Peer Steinbrück (SPD). Anschließend werden die Spin-Doktoren Maybrit Illner Kompetenz bescheinigen, noch bevor die Demoskopen aller Parteien in einer Blitzumfrage feststellen werden, dass Günther Jauch besonders sympathisch gewirkt hat. Wahlkampf 2013. 

In 29 Tagen dann schauen Kanzlerin und Kandidat, Grünen-Trittin und FDP-Rösler konsterniert in die Kameras, um das Wahlvolk zu befragen: Wie konntet ihr bloß so unverfroren sein, uns ein Ergebnis zu bescheren, das - demoskopisch gesehen - gar nicht stimmen kann? Wieso müssen wir jetzt in einen Bundestag einziehen, der uns nicht erlaubt, euch komfortabel zu regieren? Warum zwingt ihr uns dazu, über eine Verfassungsänderung nachzudenken, die es uns künftig erlaubt, euch das Misstrauen auszusprechen und abzuwählen? 

Anzeige

Das politische Duell

Warum es ganz bestimmt so kommen wird? Das ist schnell erklärt: Angela Merkel und Peer Steinbrück schwimmen auf einer medial und demoskopisch grell ausgeleuchteten Oberfläche, umgeben von Politikern, Wahlforschern und Leitartiklern, die permanent "direkte Vergleiche" anstellen, laufend ihre Sympathiewerte messen und seine Fettnäpfchen zählen, die Politik zum Duell stilisieren, zum Kampf der Lager auch, weil die vorweggenommene Wahlsiegstournee von Angela Merkel die Warnung vor dem Lieblingspartner der SPD (Jürgen Trigittigitt!) zum Leitthema hat - und weil der Wahlkrampf von Peer Steinbrück vor allem zum Ziel hat, den Lieblingspartner der Union (die Schutzpartei der Privilegierten, auch FDP genannt) zu verhindern.

Von den realpolitisch wirksamen Unterströmungen des gesellschaftlichen Diskurses aber nehmen die leidenschaftlichen Teilnehmer und Beobachter der lustigen Politplantscherei nicht wirklich Notiz. Die neualten Griechenland-Hilfen und die "Ich-kann-keine-Summe-nennen"-Kanzlerin, der NSA-Skandal und der "Supergrundrecht-Sicherheit"-Friedrich - das mögen wohl Themen sein, die für die Mehrheit der Bevölkerung nicht wahlentscheidend sind. Aber das müssen sie ja auch gar nicht. Es reicht ja schon, wenn sie eine Minderheit gegen die selbstzufriedene, fast schon bräsig zu nennende Unpolitik der Kanzlerin mobilisierten und gegen einen ständig wetternden Herausforderer, dessen SPD es bis heute nicht verkraftet hat, das Land unter Gerhard Schröder nach vorne gebracht zu haben.  

Im Reichstag wird es bunt

Die Rechnung, die hier aufgemacht wird, ist denkbar einfach. Union, SPD und Grüne werden zur Bundestagswahl am 22. September zusammen etwas weniger als 75 Prozent der Wählerstimmen auf die Waage bringen. Bleiben 26, 27 Prozent für den Rest. Und das wird reichen für vier weiteren Parteien: Die FDP schafft es in den Bundestag, die Linke, aber auch die Piraten und die AfD werden künftig Abgeordnete stellen. Der Reichstag wird zur Villa Kunterbunt - und das geht so: 

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%