Tebartz-van Elst: Des Bischofs neue Residenz - Was die Mimik von Bischof Tebartz-van Elst verrät

Tebartz-van Elst: Des Bischofs neue Residenz - Was die Mimik von Bischof Tebartz-van Elst verrät

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Tebartz-van Elst

Franz-Peter Tebartz-van Elst, Bischof von Limburg, wird seit längerer Zeit kritisiert. Wegen Bekanntwerden der immensen Baukosten seiner neuen Residenz ist die Situation jetzt allerdings hochgekocht. Was verrät seine Mimik und Körpersprache?

Der Erste-Klasse-Flug nach Indien

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Beginnen wir die Analyse mit einem Rückblick und einem zeitlich vorher angesiedelten Vorwurf gegen ihn. Dieser dreht sich um einen Flug nach Indien im Januar 2012. Nachdem der Spiegel darüber berichtet hatte, dass er erster Klasse geflogen sei, gab er eine Versicherung an Eides statt ab, dass er lediglich Business-Klasse geflogen sei. Mittlerweile steht fest, dass er gelogen hat. In einem Spiegel-TV-Beitrag waren bei ihm deutliche nonverbale Hinweise auf eine Lüge erkennbar.

Schauen Sie sich in dem folgenden Spiegel-Online-Beitrag Minute 0:35 bis 0:45 an und achten Sie auf die nonverbalen Hinweise, die der Bischof aussendet. Was fällt Ihnen auf?

Wichtig ist mir, kurz zu betonen, dass es nicht DAS Signal für eine Lüge gibt. Es gibt also nicht die Pinocchio-Nase, an der wir erkennen können, ob jemand lügt. Es geht immer um das Gesamtbild. Und was wir wahrnehmen können, sind immer nur Hinweise auf eine Täuschung, niemals Beweise. In der Lügenerkennung spricht man bei einer Ansammlung von mehreren Hinweisen von einem sogenannten Hotspot - einem "heißen Punkt". Diesen Hotspot gilt es dann in einem Gespräch weiter zu erkunden, zum Beispiel durch Nachfragen.

Beim Bischof gab es in der oben genannten kurzen Sequenz gleich drei Hinweise:

1. Er bejaht die Frage körpersprachlich

Der Auffälligste ist, dass er bei seiner Antwort kurz mit dem Kopf nickt, nachdem der Spiegelreporter gesagt hat „Aber erster Klasse sind Sie geflogen!“ Hier widerspricht sein Körper deutlich dem, was er inhaltlich sagt. Körpersprachlich bejaht er die Aussage. Das Nicken könnte er zwar auch genutzt haben, um seine Aussage zu betonen, da wir das hier aber nicht sicher sagen können, sollte es auf jeden Fall beachtet und als widersprüchliches Signal zumindest in Betracht gezogen werden.

2. Sein Stresspegel ist erhöht

Der zweite Hinweis ist, dass er, während er antwortet, ein paar Mal schnell hintereinander blinzelt – ein deutliches Zeichen für einen Stressanstieg. Wenn jemand lügt, steigt meist auch der Stresspegel an.

3. Er zögert und konstruiert seine Antwort

Der dritte Hinweis auf eine Lüge ist hier, dass er einen Moment zu lange zögert, bevor er antwortet. Gleichzeitig schaut er kurz nach links oben. Und die Blickrichtung ist hier in der Tat entscheidend und gibt uns ein wichtiges Signal. 

Wenn wir innerlich Informationen abrufen, bewegen wir auch unsere Augen. Nach oben schauen wir in der Regel, um visuelle Informationen abzurufen. Und je nachdem, ob wir etwas erinnern oder konstruieren, schauen wir nach links oder nach rechts oben. Bei einem von zehn Menschen sind die Seiten vertauscht.

Schauen wir uns die Augenbewegungen von Franz-Peter Tebartz-van Elst etwas genauer an. Als er sagt, dass er Business-Klasse geflogen sei, guckt er kurz nach links oben. Anschließend sagt er, dass er um 3:30 Uhr dort angekommen ist. Dabei guckt er dann aber nach rechts oben. Auch in anderen Interviews schaut er, wenn er von der Vergangenheit spricht und sich erinnert, nach rechts oben. Der Blick nach links oben kommt bei ihm also typischerweise vor, wenn er etwas innerlich konstruiert. Dies ist somit ein weiterer Hinweis auf eine Täuschung.

Die Augenbewegungen alleine wären hier nicht aussagekräftig genug, aber mit den anderen Hinweisen zusammen haben wir in diesem Interview insgesamt drei nonverbale Hinweise auf eine Lüge.

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