Terrorwarnung in München: Polizei verfolgt Hinweise auf Verdächtige aus Syrien und Irak

Terrorwarnung in München: Polizei verfolgt Hinweise auf Verdächtige aus Syrien und Irak

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Ein Infoscreen im Münchener Hauptbahnhof

Der Terroralarm in München lässt noch viele Fragen offen. Die Warnungen bezogen sich auf Verdächtige aus dem Einflussgebiet der Terrormiliz Islamischer Staat. Doch es gibt Zweifel, ob die Personen tatsächlich existieren.

Nach dem Terroralarm in der Silvesternacht prüft die Polizei in München Hinweise auf mutmaßliche Verdächtige aus Syrien und dem Irak. Auf Warnungen befreundeter Geheimdienste hin hatten die Behörden wegen drohender Doppel-Anschläge durch Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat in der Silvesternacht den Hauptbahnhof sowie den Bahnhof Pasing evakuiert.

Auf einer Pressekonferenz sagte Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä am Freitagmorgen, man wisse bislang noch nicht, ob es die als Verdächtige genannten fünf bis sieben Personen auch wirklich gebe. Die Ermittlungen liefen noch.

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Von etwa der Hälfte der erwähnten Verdächtigen seien der Polizei Personalien übermittelt worden. Darüber hatten zuvor auch verschiedene Medien berichtet. Nach Polizeiangaben gibt es aber bisher keine konkreten Erkenntnisse zu den Personen. Andrä betonte, man wisse noch nicht, ob es die von einem befreundeten Geheimdienst genannten Personen wirklich gebe.

Terrorwarnung in München Polizei: Erhöhte Terrorgefahr besteht weiterhin

Die Silvesternacht wurde in München von einer Terrorwarnung überschattet. Die Polizei räumte zwei Bahnhöfe. Es soll konkrete Pläne für Attentate des IS gegeben haben. Auch am Neujahrsmorgen gibt es noch keine Entwarnung.

Polizisten stehen am Silvesterabend vor dem Hauptbahnhof München. Die Polizei hat vor einem Terroranschlag in der bayerischen Landeshauptstadt gewarnt. Quelle: dpa

Der Polizeipräsident verteidigte die Terrorwarnung in der Silvesternacht - auch wenn sich die Hinweise auf mögliche Attentäter bislang nicht verdichtet hätten. Es sei kein Fehlalarm gewesen. Man habe bei der Warnung, die an Silvester zudem sehr kurzfristig gewesen sei, gar nicht anders handeln können. Mittlerweile sei die Gefahrensituation für München aber wieder auf dem Niveau wie vor der Warnung.

100 Polizisten zusätzlich im Dienst

Auch am Neujahrsmorgen zeigte die Polizei in München verstärkte Präsenz auf den Straßen. „Wir haben derzeit weiterhin noch circa 100 Einsatzkräfte zusätzlich im Dienst“, sagte Andrä. Die Beamten liefen in der Innenstadt und an den betroffenen Bahnhöfen Streife. Dies geschehe, „um entsprechend Präsenz zu zeigen und dem Sicherheitsbedürfnis der Bürger gerecht werden zu können“.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière rechtfertigte die Terrorwarnung in München. „Die bayerischen Behörden haben mit Unterstützung der Bundespolizei umsichtig, besonnen und entschlossen gehandelt“, erklärte der CDU-Politiker.

Schneller Überblick: Was in der Silvesternacht in München geschah

  • Warnung vor Anschlag

    Gegen 19.40 Uhr kommt nach Angaben des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann (CSU) vom Bundeskriminalamt der Hinweis auf ein bevorstehendes Attentat. Das BKA habe zuvor von einem befreundeten Nachrichtendienst die „dringende Warnung“ vor einem Anschlag in München um Mitternacht erhalten. Aus Sicherheitskreisen heißt es, die erste konkrete Warnung sei aus Frankreich gekommen.

  • Rolle des Islamischen Staats

    Der Hinweis beinhaltete laut Herrmann eine konkrete Uhrzeit, einen konkreten Ort und eine klare Benennung von Tätern aus dem Bereich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Es solle sich um fünf bis sieben Attentäter handeln. Der Bayerische Rundfunk meldet später, es handele sich um sieben Iraker, die sich schon in München aufhielten und namentlich bekannt seien - eine Bestätigung dafür gibt es zunächst nicht.

  • Räumung der Bahnhöfe

    Um 22.40 Uhr warnt die Polizei München via Twitter vor einem Attentat. Kurz darauf teilt sie mit, der Hauptbahnhof und der Bahnhof Pasing im Westen Münchens seien geräumt worden.

  • Polizeipräsident gibt Details bekannt

    Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä gibt später bekannt, dass es sich bei den geplanten Attentaten um Selbstmordanschläge handeln soll. Rund 550 Einsatzkräfte seien im Einsatz.

  • Lage am Neujahrsmorgen

    Zum Neujahrsmorgen entspannt sich die Lage. Zwischen 3.30 und 4.00 Uhr gibt die Polizei die Bahnhöfe wieder frei. Die Polizei bleibt in Alarmbereitschaft und ist mit mehr Beamten als üblich in der Stadt präsent. Die Fahndung nach den möglichen Attentätern läuft weiter.

Am Donnerstag beim Bund eingegangene Hinweise seien von den bayerischen Behörden und dem Bundeskriminalamt bewertet worden. De Maizière betonte: „Die Lage in Europa und auch in Deutschland bleibt im neuen Jahr ernst. Die Sicherheitsbehörden gehen weiterhin von einer hohen Gefährdung durch den internationalen Terrorismus aus.“

Mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten bewachten in Kampfmonturen nachts den Münchner Hauptbahnhof. Laut Bayerischem Rundfunk sollen sich die Verdächtigen in München zu Silvester aufgehalten haben. Geplant war demnach, dass sich die Männer zu zweit an die Anschlagsorte begeben, um sich kurz hintereinander in die Luft zu sprengen. Polizeipräsident Andrä sagte, er habe dazu keine Erkenntnisse.

Warnung kam vom Bundeskriminalamt

Aus Sicherheitskreisen hieß es, Warnungen seien vom französischen Geheimdienst gekommen. Unklar sei noch, ob die Verdächtigen selbst die Tat verüben wollten oder Helfer gewesen wären.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hatte in der Neujahrsnacht gesagt: „Der Hinweis bezog sich ganz konkret auf eine Tatausführung um Mitternacht.“ Der Hinweis kam laut Herrmann gegen 19.40 Uhr vom Bundeskriminalamt - nachdem dieses von einem befreundeten Nachrichtendienst die „dringende Warnung“ erhalten habe.

Bahnhöfe geräumt Polizei warnt vor Terroranschlag in München

Am Silvesterabend hat die Polizei in München vor einem Terroranschlag gewarnt. Größere Ansammlungen sowie der Hauptbahnhof und der Bahnhof Pasing sollten gemieden werden. Beide Bahnhöfe wurden geräumt.

Münchens Bahnhöfe wurden am Silvesterabend wegen akuter Terrorgefahr geräumt. Quelle: Reuters

Der Hinweis habe eine konkrete Uhrzeit, einen konkreten Ort und eine klare Benennung von Tätern aus dem Bereich des sogenannten Islamischen Staates (IS) beinhaltet. „Das Bundeskriminalamt und die bayerische Polizei waren übereinstimmend der Auffassung, dass das nicht einfach ignoriert werden kann.“ Die Einschätzung der Gefährdung sei vergleichbar gewesen mit der in Hannover, wo Mitte November nach den Anschlägen von Paris ein Fußball-Länderspiel abgesagt worden war.

Am Silvesterabend hatte die Münchner Polizei um 22.40 Uhr via Twitter gewarnt, den Hauptbahnhof und den Bahnhof in Pasing zu meiden. Zudem empfahl sie, einen Bogen um größere Menschenmassen gerade im Innenstadtbereich zu machen. Es sei nicht klar, wohin mutmaßliche Täter gingen, wenn sie nicht an die eigentlichen Anschlagziele gelangten, sagte ein Sprecher. Der Hauptbahnhof war abgeriegelt, Einsatzkräfte mit schweren Waffen sicherten ihn. Zwischen 3.30 und 4.00 Uhr gab die Polizei die Bahnhöfe wieder frei. Der Bahnverkehr konnte planmäßig fahren.

Viele Münchner ließen sich die Silvesterlaune auch so nicht verderben. Sie feierten, ließen Raketen steigen und zündeten Böller. Vielerorts trübte eher der Regen die Stimmung.

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