Todesstrafe in der Türkei: Bundesregierung würde Referendum in Deutschland untersagen

Todesstrafe in der Türkei: Bundesregierung würde Referendum in Deutschland untersagen

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Die türkische Regierung bringt immer wieder eine Wiedereinführung der Todesstrafe ins Spiel.

SPD-Kanzlerkandidat Schulz legt vor, die Bundesregierung legt nach: Sie stimmen Erdogan darauf ein, dass in Deutschland lebende Türken hier nicht über die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei abstimmen könnten.

Die Bundesregierung würde in Deutschland ein von Ankara veranlasstes Referendum über die Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei untersagen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte am Freitag in Berlin: „Es ist politisch nicht vorstellbar, dass wir einer solchen Abstimmung in Deutschland über eine Maßnahme, die unserem Grundgesetz und europäischen Werten klar widerspricht, zustimmen würden.“

Zuvor hatte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz dem „Spiegel“ gesagt: „Falls die türkische Regierung wirklich ein Referendum über die Einführung der Todesstrafe durchführen sollte, muss klar sein: Eine solche Abstimmung darf unter den in Deutschland lebenden Türkinnen und Türken nicht stattfinden.“ Es könne in Deutschland nicht über ein Instrument abgestimmt werden, das den Werten und der Verfassung des Landes widerspreche. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes erklärte, die Position sei mit Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) abgestimmt.

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Seibert sagte: „Wenn ein anderer Staat hier in Deutschland in seinen Botschaften oder in seinen Konsulaten Wahlen oder Abstimmungen durchführen will, dann ist das genehmigungspflichtig.“ Derzeit gebe es keinen solchen Antrag aus der Türkei. Deshalb sei das eine hypothetische Frage, die er üblicherweise nicht beantworte.

Türkei Mehr als 4000 Staatsmitarbeiter entlassen

In der Türkei sind erneut über 3900 Staatsbedienstete suspendiert worden. Unter ihnen sollen Juristen, Militärs und auch Wissenschaftler sein. Außerdem ließ Erdogan die Online-Enzyklopädie Wikipedia blockieren.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Quelle: dpa

In diesem Fall betonte er aber: „Es gibt keine Pflicht, einem solchen Antrag zuzustimmen. Das heißt, die Bundesregierung kann ihre Genehmigung auch verweigern. Sie kann eine Abstimmung hier in Deutschland untersagen. (...) Ich gehe davon aus, dass wir unsere rechtlichen Mittel, so etwas zu untersagen, ausschöpfen würden.“

Der Grünen-Abgeordnete Özcan Mutlu begrüßte die Aussage. Mutlu sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Ich freue mich, dass die Bundesregierung nach wochenlanger Rumeierei nun unmissverständlich klar macht, dass in Deutschland ein Referendum über die Einführung der Todesstrafe nicht zugelassen wird.“

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte die Todesstrafe während seiner Zeit als Regierungschef 2004 abschaffen lassen. Nach dem Putschversuch vom vergangenen Jahr brachte er mehrfach ihre Wiedereinführung ins Spiel, hierzu regte er ein Referendum an. Zuletzt konnten die in Deutschland lebenden, wahlberechtigten Türken über die Einführung des Präsidialsystems in der Türkei abstimmen. Die Mehrheit der Wähler stimmte für Erdogans Pläne.

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