Trichet-Nachfolge: Bundesbank-Chef Weber wird nicht EZB-Chef

Trichet-Nachfolge: Bundesbank-Chef Weber wird nicht EZB-Chef

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Axel Weber

Bundesbank-Präsident Axel Weber gibt das Rennen um den EZB-Chefposten auf - und will offenbar zur Deutschen Bank wechseln.

Spekulationen über die Zukunft von Weber haben am heutigen Mittwoch für kurze Zeit den Eurokurs belastet. Weber hatte, wie die Bundesbank in Frankfurt am Main bestätigte, in vertraulicher Runde angedeutet, dass er für eine zweite Amtszeit im Jahr 2012 nicht mehr zur Verfügung stehen könnte. Zu seinen Zukunftsplänen habe er sich jedoch nicht geäußert, sagte ein Sprecher.

Die Meldung löste Wirbel auf den Finanzmärkten aus, zumal spekuliert wurde, dass damit ein Verzicht Webers auf die Nachfolge von Jean-Claude Trichet als Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) verbunden sei. Der Deutsche Aktienindex DAX kippte kurzzeitig ins Minus und schwankte dann eng um die Nulllinie.

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Am späten Vormittag hätten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Weber am Telefon „ein vertrauliches Gespräch“ miteinander geführt, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin, äußerte sich aber nicht zu dessen Inhalt. Der Bundesregierung liege bislang seitens der Bundesbank keine offizielle Erklärung über berufliche Veränderungen von Weber vor, sagte Seibert.

Zwtl: Als Nachfolger von EZB-Präsident Trichet im Gespräch

Der 53-jährige Weber ist seit Ende April 2004 Präsident der Bundesbank. In letzter Zeit war er sowohl als möglicher Nachfolger für Trichet als auch für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann gehandelt worden. Trichets Amtszeit läuft im Oktober aus, Ackermanns Vertrag endet erst 2013 - und es gibt aber immer wieder Vermutungen über ein vorzeitiges Ausscheiden.

Namen der Nachfolger

Die Deutsche Bank erklärte, sie habe zu den Spekulationen über einen Wechsel Webers keinen Kommentar. Die Bundesbank erklärte, Weber werde seine Termine wie bisher weiterführen. Weber wird seit längerem als möglicher Nachfolger Trichets gehandelt. Allerdings gibt es auch Meldungen, die Berufung stoße auf Widerstand vor allem aus Frankreich und südlichen Eurostaaten. Weber gilt als geldpolitischer Hardliner und hat sich mit seiner Kritik an dem Aufkauf von Anleihen der Euro-Problemstaaten durch die EZB nicht überall Freunde gemacht.

Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi stellte sich in der vergangenen Woche hinter seinen Notenbankpräsidenten Mario Draghi als Kandidaten. Dessen Chancen gelten allerdings als gesunken, da der Portugiese Vitor Constancio im vergangenen Jahr EZB-Vizepräsident wurde und somit nach bisherigem Brauch eigentlich ein „Nordeuropäer“ auf den Chefposten rücken müsste. Der Luxemburger Yves Mersch wurde in letzter Zeit als ein möglicher Kandidat genannt, ebenso der Finne Erkki Liikanen.

Der Berliner Regierungssprecher Seibert verwies darauf, dass sich die Frage der Entscheidung über die EZB-Präsidentschaft am heutigen Tag überhaupt nicht stelle. Diese Frage werde zu gegebener Zeit international entschieden werden müssen. „Die Bundesregierung hatte immer das Interesse, einen starken Kandidaten für die Nachfolge von Trichet zu finden; das war immer unser europäisches und deutsches Interesse“, sagte Seibert. Ein solcher Kandidat könne „natürlich auch deutsch sein“, sagte der Regierungssprecher.

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