Trotz Überschüssen: Bundesregierung beschließt Haushalt mit Milliardenlücke

Trotz Überschüssen: Bundesregierung beschließt Haushalt mit Milliardenlücke

, aktualisiert 28. Juni 2017, 11:08 Uhr
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Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat seinen Haushaltsplan von der Regierung absegnen lassen.

Quelle:Handelsblatt Online

Das Kabinett hat den Haushaltsplan von Wolfgang Schäuble gebilligt. An mehreren Stellen sieht er Spielräume vor: für Steuersenkungen und künftige Asylkosten. Einige Ausgaben sind aber auch ungedeckt.

BerlinDie nächste Bundesregierung kann sich auf ein Finanzpolster von rund 15 Milliarden Euro zur Umsetzung von Wahlversprechen stützen. Nach dem am Mittwoch vom Kabinett gebilligten Etatentwurf von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ergibt sich ein finanzieller Spielraum von 14,8 Milliarden Euro in den Jahren 2019 bis 2021 – zusammen für alle drei Jahre.

Das Geld kann trotz steigender Ausgaben für Verteidigung, humanitäre Hilfe, Sicherheit, Bildung, Verkehr und Soziales zusätzlich für die von Parteien versprochenen Steuersenkungen oder andere Maßnahmen genutzt werden. Gleich zum Start im nächsten Jahr muss die neue Regierung aber zunächst eine Milliardenlücke schließen, damit sie weiterhin auf neue Schulden verzichten kann.

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Der noch amtierende Bundestag wird sich allerdings nicht mehr mit diesen Etatplänen befassen. Nach der Bundestagswahl Ende September und der Regierungsbildung wird ein neuer Haushalt aufgestellt - dann mit Schwerpunkten der neuen Bundesregierung. Die jetzigen Pläne bieten aber eine Grundlage. Mögliche Steuerentlastungen oder höhere Sozialleistungen sind darin noch nicht berücksichtigt.

Der in Aussicht gestellte Finanzspielraum fällt im Jahr 2021 mit knapp zehn Milliarden Euro am höchsten aus. In den beiden Vorjahren beträgt er zusammen etwa fünf Milliarden Euro. Um die erstmals 2014 erzielte „Schwarze Null“ zu halten, muss die neue Bundesregierung im kommenden Jahr ein Etatloch von 3,4 Milliarden Euro stopfen.

Die vergangenen Haushaltsüberschüsse sind in die Rücklage zur Finanzierung der Flüchtlingskosten geflossen. Diese Finanzreserve von 18,7 Milliarden ist bereits verplant, um auch längerfristig einen ausgeglichenen Haushalt sicherzustellen. So sollen in diesem Jahr aus „Asyl-Rücklage“ 6,7 Milliarden Euro entnommen werden, 2018 weitere 8,2 Milliarden und 2019 etwa 3,8 Milliarden. Schließlich werden allein im nächsten Jahr „flüchtlingsbezogene Aufwendungen“ nur des Bundes von 21 Milliarden Euro erwartet.

Insgesamt sollen die Ausgaben des Bundes nach 329,1 Milliarden Euro in diesem Jahr auf 337,5 Milliarden Euro im Jahr 2018 klettern, bis zum Jahr 2021 dann weiter auf 356,8 Milliarden Euro.

Quelle:  Handelsblatt Online
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