Truppenbesuch in Afghanistan: Von der Leyen verspricht Soldaten sichere Ausrüstung

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Truppenbesuch in Afghanistan: Von der Leyen verspricht Soldaten sichere Ausrüstung

, aktualisiert 23. Dezember 2013, 10:39 Uhr
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Die neue Verteidigungsministerin besucht bei ihrer ersten Reise in dieser Funktion die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan kurz vor dem Weihnachtsfest.

Die Ausrüstung der Bundeswehr gerät oft in die Kritik. Von der Leyen verspricht den Soldaten in Afghanistan: Am wichtigsten sei der Schutz der Menschen - nicht die Frage der Materialkosten.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will keine Kosten scheuen, um den Schutz der Soldaten im Einsatz sicherzustellen. „Das wichtigste ist der Mensch und nicht die Frage der Materialkosten“, sagte die CDU-Politikerin am Montag bei ihrem Truppenbesuch im nordafghanischen Masar-i-Scharif. „Das Material muss so gut sein, dass der Mensch, die Menschen, die hier arbeiten, auch geschützt sind.“ Die Ausrüstung der Soldaten war in den vergangenen Jahren immer wieder unter anderem vom Wehrbeauftragten des Bundestags kritisiert worden.

Zwar sind Verbesserungen vorgenommen worden. Allerdings sind bei der Bundeswehr immer noch Wünsche offen. Der Schutz der eigenen Soldaten spielt unter anderem in der kontroversen Debatte um die Anschaffung von Kampfdrohnen eine gewichtige Rolle. Er wird von den Drohnen-Befürwortern, zu denen von der Leyens Vorgänger Thomas de Maizière (CDU) zählt, als Hauptargument angeführt.

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Am Montag hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ihren Afghanistan-Besuch fortgesetzt. Am Wochenende hat sich gezeigt: Auch ein schlichtes Advents-Frühstück kann zum Spektakel werden. Am Sonntagmorgen schmiert sich Ursula von der Leyen in der Kantine des Camps Marmal in Masar-i-Scharif ein Marmeladen-Brötchen - bedrängt von 40 Kameraleuten, Reportern und Fotografen. Zehn Minuten zuvor ist sie in Afghanistan angekommen. Das Frühstück ist der erste Kontakt der ersten Frau an der Spitze des Verteidigungsministeriums in Deutschland mit Soldaten im Einsatz. Damit der nicht so schwer fällt, hat man drei Mitglieder der Sanitätskompanie an ihrem Tisch platziert. Von der Leyen ist Ärztin. „Ich komme ja aus der Branche“, sagt sie zu der Sanitäterin gegenüber, die für den Fall eines Anschlags ihre Blutgruppe an der Uniform trägt. Als erstes will die neue Oberbefehlshaberin der Bundeswehr wissen, wie die Kommunikation mit der Heimat läuft. Telefon? Skype? „Mir ist wichtig zu zeigen, ich bin für die Soldatinnen und Soldaten da. Da können sie sich fest drauf verlassen“, sagt sie später.
Von der Leyen wollte unbedingt noch vor dem Jahreswechsel nach Afghanistan. In Frage kam nur das Wochenende vor Heiligabend oder die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr. Die Wahl fiel schließlich auf den vierten Advent, obwohl der Mutter von sieben Kindern der Sonntag eigentlich heilig ist. Sie wolle einen „Einblick in die Lebenswirklichkeit“ der Soldaten bekommen, sagt die Ministerin etwas umständlich. „Das ist schon etwas anderes als das, was man in der Theorie bei den sehr guten Einweisungen im Ministerium erfährt.“

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Mit dem Blitzbesuch will sich von der Leyen auch auf anstehende Entscheidungen vorbereiten. Das Mandat für das letzte Jahr des Bundeswehr-Kampfeinsatzes in Afghanistan muss bis Ende Februar vom Bundestag verabschiedet werden. Ebenfalls im Februar wollen die Nato-Verteidigungsminister entscheiden, wie es nach 2014 in Afghanistan weitergehen soll. Deutschland ist bereit, sich mit bis zu 800 Soldaten an einer Nachfolgemission zur Ausbildung und Beratung der afghanischen Streitkräfte zu beteiligen.
Anschauungsunterricht vor Ort ist da sicher hilfreich. „Von jetzt an gilt es in die Tiefe einzusteigen und zu lernen“, sagt von der Leyen. Zwei Tage will sie im Camp Marmal bleiben. Ihr Programm reicht vom Gespräch mit der letzten deutschen Kampfeinheit in Afghanistan bis zum Besuch der Materialschleuse, in der Tausende Fahrzeuge und Container für die Rückkehr nach Deutschland vorbereitet werden.

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