TV-Dreikampf: Gysi und Trittin treiben Brüderle ins Abseits

ThemaWahlen 2017

TV-Dreikampf: Gysi und Trittin treiben Brüderle ins Abseits

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Linken-Parteichef Gregor Gysi, FDP-Fraktionsvorsitzender Rainer Brüderle und Grünen-Spitzenkandidat Jürgen Trittin duellieren sich im "kleinen TV-Duell".

von Jacqueline Goebel

Während das TV-Duell zwischen Merkel und Steinbrück eine relativ lahme Sache war, ging es beim Dreikampf zwischen Grünen, FDP und Linke zur Sache. Von der lebhaften Diskussion profitiert vor allem der Wähler.

Die Kamera wirbelt herum, fängt einen grauen Raum ein, dann mit blauem Licht angestrahlte Metallsäulen. Dazu ertönt hektisches Gebimmel, fast wie der Soundtrack eines Horror-Films, nur nicht ganz so schrill. Man könnte meinen, die ARD zeige einen Boxkampf, wäre da nicht die schallende Stadionsprecher-Stimme, die die wirklichen Kontrahenten ankündigt: „Greeegor Gysi. Jüüürgen Trittin. Raaainer Brüderle.“

Es war klar, dass der Dreikampf der Spitzenkandidaten der kleinen Parlamentsparteien wilder ausfallen dürfte als das Duell Merkel gegen Steinbrück. Keiner der drei älteren Herren ist für sein ruhiges Temperament bekannt. Keiner der drei Spitzenkandidaten darf sich einen Angriff entgehen lassen, wenn er die eigenen Wähler mobilisieren will. Wäre dieser Dreikampf eine olympische Disziplin, gäbe es wohl Punkte für die meisten erhobenen Zeigefinger, die absurdesten Beispiele und eine Haltungsnote für die dreisteste Art, dem anderen ins Wort zu fallen. Ein Dreikampf, der seinen Namen verdient hat.

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Die Disziplin „Dreist ins Wort fallen“ gewinnt Jürgen Trittin. „Sie lügen!“, ruft der, als FPD-Kandidat Rainer Brüderle die Steuerpläne der Grünen kritisiert. „Der Vorwurf der Lüge ist nicht so gemeint“, versuchen die Moderatoren Jörg Schönenborn (WDR) und Sigmund Gottlieb (Bayrischer Rundfunk) zu beschwichtigen. „Doch, der ist so gemeint“, fährt Trittin sie an.

Die ganze Debatte dreht sich vor allem um ein Thema: Geld. Alleine 20 Minuten widmen sich die Kandidaten dem Thema Mindestlohn.  Deutschland habe den größten Niedriglohnsektor in ganz Europa, empört sich Gysi. „21 EU-Länder haben einen Mindestlohn und es wird Zeit, das wir das auch machen“, erklärt der Spitzenkandidat der Linken. Brüderle hält gegen: Ihm sei es lieber, dass jemand sein Gehalt um ein Drittel aufstockt, aber dafür am Arbeitsmarkt bleibe. „Wenn der Mindestlohn über dem liegt, was durch die Arbeit erwirtschaftet werden kann, dann war es das mit dem Arbeitsplatz“, sagt der FDP-Spitzenkandidat. Die schwarz-gelbe Politik habe "zwei Millionen Menschen in die Arbeit gebracht".

Trittin träumt vom Finanzministerium

Eine Arbeit, bei der die Löhne vom Staat subventioniert werden müssten, kritisiert Jürgen Trittin. Der Grüne versucht, sich als zukünftiger Finanzminister in Szene zu setzen. "Was hätte der Vater der Marktwirtschaft, Ludwig Erhard wohl dazu gesagt", fragt er in die Runde. Und beim Thema Haushaltspolitik führt Trittin die Lehren des Ökonomen John Meynard Keynes an. „Wenn Sie Keynes verstanden hätten, würden Sie doch ganz anders argumentieren“, fällt ihm Brüderle ins Wort.

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