Umfrage: Hartz-IV Empfänger fühlen sich öfter krank

Umfrage: Hartz-IV Empfänger fühlen sich öfter krank

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Rauchen ist ein möglicher Grund dafür, warum Erwerbslose sich körperlich schlechter fühlen.

Eine Umfrage hat ergeben: Empfänger von Hartz-IV fühlen sich deutlich öfter krank als Erwerbstätige. Ist Deutschland eine gesundheitliche Zwei-Klassen-Gesellschaft?

Laut einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) könnte Deutschland eine gesundheitliche Zwei-Klassen-Gesellschaft werden. Ergebnisse einer Umfrage haben gezeigt, dass Bezieher von Hartz-IV Unterstützung ihren körperlichen Zustand schlechter einschätzen als Erwerbstätige und sich deutlich häufiger krank fühlen. die Unterschiede sind markant: Während 40 Prozent der Hartz-IV-Empfänger angaben, gesundheitlich eingeschränkt zu sein, waren es unter den Erwerbstätigen nur etwa 20 Prozent. Auffällig sind auch die Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während 42 Prozent der männlichen Hartz-IV-Empfänger von körperlichen Beschwerden berichteten, waren es nur 33 Prozent der weiblichen Hartz-IV-Empfänger.

Dabei handelt es sich nicht nur um gefühltes Kranksein. Menschen, die Arbeitslosengeld II empfangen, müssen deutlich öfter ins Krankenhaus, so die Studie des IAB. Männliche Hartz-IV-Empfänger verbrachten in den vergangenen zwölf Monaten durchschnittlich 15 Tage in einer Klinik, während die befragten Erwerbstätigen nur etwa zehn Tage dort waren.

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Ungesunder Lebensstil Arbeitslose sind oft übergewichtig

Wo der Anteil der Arbeitslosen hoch ist, sind meist auch mehr Menschen übergewichtig als anderswo. Das zeigt der aktuelle "Well Being Index" für die USA. Für Deutschland gilt dasselbe.

Eine Chirurgin führt im Stadtkrankenhaus Schwabach (Bayern) eine Nachuntersuchung an einem Adipositas-Patienten durch. Quelle: dpa

Für die Studie befragte das IAB 12.000 Menschen im Alter von 20 bis 64 Jahren. Ein eindeutiger Rückschluss des Gesundheitszustandes auf den Job-Status lasse sich nicht ziehen, so die Wissenschaftler. "Es ist allerdings unstrittig, dass die Zugehörigkeit zu einer höheren sozialen Schickt oder ein attraktiveres Einkommen mit besserer Gesundheit zusammenhängen", sagte Johannes Eggs, einer der Autoren der Studie.  

Die Ergebnisse könnten sowohl daraus resultieren, dass Arbeitslosigkeit krank mache, als auch daraus, dass Krankheit bedürftig mache. Zudem könnten weitere Faktoren, die sowohl mit Arbeitslosigkeit als auch mit Gesundheit zusammenhängen, zu den Ergebnissen führen. So haben die Forscher das Gesundheitsverhalten als möglichen Erklärungsansatz untersucht. Die Ergebnisse fielen jedoch uneinheitlich aus. Bei einigen Indikatoren wie Alkoholkonsum oder täglichem Sport berichteten Hartz-IV-Empfänger gesundheitsbewussteres Verhalten als Erwerbstätige gleichen Alters ohne Grundsicherungsbezug.

Globale Herausforderung Hohe Arbeitslosigkeit wird zum Dauerphänomen

Über 200 Millionen Menschen auf der Welt suchen einen Job. Das Weltwirtschaftsforum prognostiziert: Es werden noch mehr. Auch in Europa wird die Zahl der Arbeitslosen steigen.

In der spanischen Hauptstadt Madrid sind lange Schlangen vor dem Arbeitsamt keine Seltenheit. Die Arbeitslosigkeit ist hoch. Quelle: dpa

Mögliche Gründe für den schlechteren Gesundheitszustand der Arbeitslosen könnten laut IAB der erhöhte Anteil an Rauchern sein. Während 66 Prozent der befragten arbeitslosen Männer angaben zu rauchen, waren es bei den Erwerbstätigen nur 32 Prozent. Außerdem gaben die Erwerbslosen an, selten oder nie Sport zu treiben.

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