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Umfrage: Soziale Marktwirtschaft verliert rasant an Zustimmung

Die Mehrheit der Deutschen hat ihren Glauben an die Soziale Marktwirtschaft, deren 60. Geburtstag am kommenden Donnerstag im Bundeswirtschaftsministerium offiziell gefeiert wird, verloren.

Transparent der Initiative Quelle: AP
Transparent der Initiative fuer Soziale Marktwirtschaft in Berlin Quelle: AP

Zu diesem Ergebnis kommt eine bisher unveröffentlichte aktuelle Umfrage des Institutes Allensbach im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung, die der WirtschaftsWoche vorliegt. Danach haben 38 Prozent der Befragten „keine gute Meinung“ von der deutschen Wirtschaftsordnung – und nur noch 31 Prozent „eine gute Meinung“. Noch zu Jahresbeginn hatten sich 39 Prozent der Befragten optimistisch über die Soziale Marktwirtschaft geäußert (Pessimisten: 27 Prozent). Besonders hoch ist der Meinungsverfall in Westdeutschland. Zum ersten Mal haben mehr Menschen (35 Prozent) eine schlechte als eine gute Meinung (34 Prozent) von ihrer Wirtschaftsordnung.

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Auch sind laut Allensbach-Chefin Renate Köcher nur 26 Prozent der Bevölkerung überzeugt, dass die gute Konjunktur wenigstens für die nächsten sechs Monate andauern wird. Anders als in früheren Aufschwungphasen, so die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach in der WirtschaftsWoche, „ist auch das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung bisher nicht gewachsen“. Im Gegenteil: 40 Prozent der Deutschen zweifeln, ob die soziale Marktwirtschaft im Zeitalter der Globalisierung noch zeitgemäß ist, weitere 35 Prozent sind in dieser Frage unsicher. Nur 25 Prozent halten die Marktwirtschaft auch im heutigen Umfeld noch für zeitgemäß. Eine Alternative zur marktwirtschaftlichen Ordnung sieht allerdings mit 14 Prozent auch nur eine kleine Minderheit. Und knapp die Hälfte der gesamten deutschen Bevölkerung traut sich kein Urteil zu, ob die Marktwirtschaft das beste System ist oder eine andere Marktordnung.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos, CSU, verteidigte das Modell der sozialen Marktwirtschaft allerdings. „Ohne die Überzeugung, dass freie Märkte und nicht staatliche Dekrete die Kräfte unseres Landes am besten zur Entfaltung bringen, hätten wir diesen historisch einmaligen Aufstieg wohl nie geschafft“, sagte Glos der WirtschaftsWoche.

Als Geburtsstunde der sozialen Marktwirtschaft gilt die Einführung der D-Mark am 20. Juni 1948 und die damit verbundene Aufhebung der staatlichen Preisbindung.

15 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 04.09.2008, 13:14 UhrAnonymer Benutzer: noch Mittelschichtlerin

    Als einen sozialen u. demokratischer Staat empfinde ich Deutschland nicht mehr. Unsere Politik arbeitet schon lange nicht mehr im Sinne und zum Wohle des deutschen Volkes. Ganz schlimm finde ich die steigende Armut, da unsere Politik nicht in der Lage ist, unsere Grundbedürfnisse zu schützen. Dazu zähle ich steigende Preise bei Lebensmitteln, wuchernde Kosten in der Energieversorgung( neoliberaler Kapitalzynismus), ständig steigende Sprittpreise u.s.w. Deutschland ein Sozialstaat?- Nein!

  • 19.08.2008, 00:06 UhrAnonymer Benutzer: einfach ungerecht!

    die Marktwirtschaft ist einfach ungerecht!, sie produziert zuviel Verlierer, weil einige den Hals nicht voll genug bekommen!

    ich kenne Kapitalisten, die haben noch nie gearbeitet sondern nur geerbt und an der börse gezockt!

    ein menschliches System ist mir lieber, das auch die schwachen ein wenig versorgt! ( bedingungsloses_Grundeinkommen!)

    Viele Unternehmer haben eine schlechtere Moral, als so mancher Rotlicht-Zuhälter!

  • 09.06.2008, 17:19 UhrAnonymer Benutzer: Ottonormalverbraucher

    Fortsetzung:

    @Pappa: Wen meinst Du mit 'kann es nicht mehr ertragen'? Die Hartz-Sklaven, die sich hier oder da einen Schein vom Amt erschwindeln - oder die Zumwinkels, die ihre Mios verstecken?
    Erstere machen ca. 2 Mrd/Jahr aus, Letztere (vorsichtig) geschätzte 50 bis 60 Mrd/Jahr. Denk mal über die Größenordnung nach, bevor Du anfängst besserverdiener zu bedauern - oder sollte das ein Witz sein?

    @Dilletant: So isses! (woher kommt mir das nur bekannt vor...;)

    PS. bin weder 'rechts' noch 'links', besitze aber durchschnittlichen gesunden Menschenverstand und lasse mich nicht gern für dumm verkaufen.

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