Umfrage: Viele Deutsche wollen Guttenberg nicht mehr

Umfrage: Viele Deutsche wollen Guttenberg nicht mehr

, aktualisiert 30. November 2011, 10:42 Uhr
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Karl-Theodor zu Guttenberg.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Rückkehr des einstigen CSU-Hoffnungsträgers Guttenberg auf die öffentliche Bühne gerät zum Rohrkrepierer. Seine jüngsten Rundumschläge kommen bei den Deutschen nicht gut an.

Hamburg/BerlinMehr als die Hälfte der Deutschen (51 Prozent) lehnt eine Rückkehr von Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg in die Politik ab. Das ergab eine Umfrage für das Hamburger Magazin „Stern“. Nur noch 49 Prozent wünschen, dass der über seine in weiten Teilen abgekupferte Doktorarbeit Gestolperte wieder die politische Bühne betritt. Nach seinem Rücktritt im März hatten sich noch 62 Prozent der Bürger dafür ausgesprochen, dass zu Guttenberg in absehbarer Zeit wieder ein hohes Amt übernimmt.

Ein Grund für die Reserviertheit könnte sein, dass die Mehrheit (53 Prozent) den einstigen Politstar der CSU für wenig glaubwürdig hält. 47 Prozent schenken ihm Vertrauen.

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Kaum punkten kann zu Guttenberg in den Augen der Bevölkerung auch gegen andere hohe Politiker. Auf die Frage, ob zu Guttenberg besser oder schlechter wäre als Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU), antworteten 47 Prozent mit „schlechter“ und 31 Prozent mit „besser“.

55 Prozent erklärten, er wäre schlechter als sein Nachfolger, der jetzige Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU). Im Vergleich zu Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) meinten zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten, Guttenberg wäre schlechter als Schäuble. Nur gegen Guido Westerwelle (FDP) schnitt er besser ab: 64 Prozent erklärten, Guttenberg wäre als Außenminister besser geeignet.

Wenige Chancen hätte der Umfrage zufolge eine „Guttenberg-Partei“. Nur 15 Prozent der Deutschen könnte sich vorstellen, eine solche Gruppierung zu wählen - so viel Zustimmung hätte vor zwei Jahren auch Komiker Hape Kerkeling mit einer Partei seiner Kunstfigur Horst Schlämmer bekommen.

Guttenberg verlor zuletzt auch in der CSU-Landesgruppe und in seinem heimischen CSU-Bezirksverband an Rückhalt. „Viele sind wie ich über alle Maßen loyal zu Karl-Theodor gewesen. Doch was er jetzt tut, überschreitet die Grenze des Hinnehmbaren“, sagte am Dienstag Thomas Silberhorn, Vizechef des oberfränkischen CSU-Bezirksverbands, der Nachrichtenagentur dpa.


Auch die CSU geht auf Distanz

Der Bamberger Bundestagsabgeordnete ist der erste CSU-Politiker aus Guttenbergs oberfränkischer Heimat, der den Freiherrn so deutlich kritisiert. Das ist vor allem von Bedeutung, weil Guttenberg in Oberfranken wieder für den Bundestag nominiert werden müsste.

„Wer weit mehr als tausend Textteile von anderen Autoren abschreibt und unter seinem Namen als Dissertation einreicht, hat nicht nur den Überblick verloren, sondern keine eigenständige Arbeit abgeliefert“, kritisierte Silberhorn. Die Erklärung, nicht vorsätzlich getäuscht zu haben, möge man als Schutzbehauptung nachvollziehen können. „Glaubwürdig ist sie deswegen nicht.“ Guttenberg solle den „untauglichen Versuch der Legendenbildung beenden und die Maßstäbe, an denen er andere misst, auch an sich selbst anlegen“.

CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt ging ebenfalls auf Distanz, wenn auch weniger scharf. Zur Kritik Guttenbergs an der CSU, der Universität Bayreuth und CDU-Politikern sagte Hasselfeldt in Berlin: „Es war sicher eine durchdachte Marketing-Strategie. Ob sie unterm Strich optimal läuft, ist meines Erachtens durchaus fraglich.“ Sie glaube, dass ein Stück Demut jedem Politiker gut tue.

Der Grund für den Ärger bei den Parteifreunden: Guttenberg spricht in seinem seit Dienstag im Buchhandel erhältlichen Interview-Buch „Vorerst gescheitert“ der CSU den Rang der Volkspartei ab, wirft ihr mangelnde Innovation und verlorene Träume vor. Außerdem bezichtigt er sich selbst der Dummheit beim Verfassen seiner Doktorarbeit - bestreitet aber nach wie vor, dass er absichtlich getäuscht hat.

CSU-Chef Horst Seehofer will das Buch nicht lesen, wie er am Rande der Landtagssitzung sagte. Nach seiner Darstellung stimmen manche Schilderungen Guttenbergs nicht mit seinem eigenen Wissen überein. So habe er von einer Rücktrittsabsicht Guttenbergs für das Jahr 2013 nichts gewusst, von der der Freiherr in dem Buch erzählt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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