Umlage zur Ökostrom-Förderung: Strompreise steigen um bis zu zehn Prozent

ThemaEnergiewende

Umlage zur Ökostrom-Förderung: Strompreise steigen um bis zu zehn Prozent

, aktualisiert 15. Oktober 2012, 10:29 Uhr

Auf Verbraucher kommt ab dem kommenden Jahr eine satte Strompreiserhöhung zu. Die Umlage zur Ökostrom-Förderung steigt um fast 50 Prozent. Jetzt geht der Streit um mögliche Entlastungen los.

Die Verbraucher müssen im kommenden Jahr mit satten Strompreiserhöhungen rechnen. Die auf den Strompreis aufgeschlagene Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien steigt um 47 Prozent auf 5,277 Cent je Kilowattstunde, wie die vier für die Verwaltung der Förderzahlungen zuständigen Übertragungsnetzbetreiber am Montag bestätigten.

Dies würde für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden bedeuten, dass allein diese Zusatzkosten beim Strompreis von 125 auf knapp 185 Euro steigen - ohne Mehrwertsteuer. Ein Grund ist der Boom bei der Solarenergie. Zusammen mit höheren Netzentgelten und weiteren durch die Energiewende bedingten Kosten drohen Strompreiserhöhungen um bis zu zehn Prozent, schätzen Versorger.

Strompreise Was die EEG-Umlage für Verbraucher bedeutet

Seit Tagen ist die Höhe der Ökostrom-Umlage im Gespräch. Sie wird steigen - und mit ihr der Strompreis. Wie viel die Subvention von erneuerbaren Energien den Verbraucher kostet - und welche Ausnahmen geplant sind.

Quelle: dpa


Die vier Betreiber von Höchstspannungsleitungen in Deutschland berechnen den erzeugten Ökostrom und sind daher auch für die Zahlung der Vergütungen an Betreiber von Solaranlagen, Windrädern und Biogasanlagen verantwortlich. Diese erhalten auf 20 Jahre garantierte Vergütungen für jede Kilowattstunde Strom. Die Fördersätze werden regelmäßig gesenkt, in einigen Jahren soll die Förderung auslaufen.

Die bereits durchgesickerte Erhöhung hat eine Auseinandersetzung darüber ausgelöst, wie sich ein Ausufern der Energiewende-Kosten verhindern lässt. Bei dem Streit geht es vor allem darum, wie man private Haushalte entlasten kann.Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bekräftigte seine Forderung nach Sofortmaßnahmen. „Kurzfristig können wir die Stromsteuer senken, um die Verbraucher zu entlasten“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ (Montag). Mit der EEG-Umlage zur Förderung von Ököstrom profitiere auch der Bund über höhere Steuereinnahmen. „Diese ungeplanten Mehreinnahmen sollten wir den Menschen schnellstmöglich zurückgeben“, sagte der FDP-Chef. Vor allem aber müsse das Erneuerbare-Energien-Gesetz noch vor der Bundestagswahl radikal reformiert werden.

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Betreiber von Ökoenergie-Anlagen erhalten auf 20 Jahre garantierte Vergütungen für jede Kilowattstunde Strom. Die Fördersätze werden regelmäßig gesenkt, in einigen Jahren soll die Förderung ganz gestoppt werden. Die erneuerbaren Energien müssen sich dann ohne weitere Anschubfinanzierung im Markt behaupten.


Auch der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) forderte eine Senkung der Stromsteuer. „Um die Mehrbelastung für die Masse der Unternehmen und Verbraucher kurzfristig zu dämpfen, sollte die Stromsteuer zumindest teilweise abgeschmolzen werden, sagte DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann der „Passauer Neuen Presse“ (Montag). „Sie schöpft über einen Zuschlag auf den Strompreis derzeit weitere rund sieben Milliarden Euro jährlich ab.“

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) gibt SPD und Grünen eine Mitschuld an den stark steigenden Kosten. „Der Grundfehler wurde bereits 2000 von Rot-Grün gemacht“, sagte er der „Bild“-Zeitung (Montag): „Damals wurde nicht überlegt, wie sich die Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien im Griff halten lassen. Die Quittung gibt es jetzt.“ Altmaier betonte, die Energiewende sei „nicht zum Nulltarif“ zu haben. „Der Anstieg der EEG-Umlage in dieser Höhe war vor einem Jahr nicht absehbar.“

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Die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth warf im „Bericht aus Berlin“ der ARD der FDP vor, ihr falle wieder nichts anderes als Steuersenkungen ein. „Wir wollen einen Energiesparfonds, aus dem wir Energieberatung, Ankauf von günstigen energieeffizienten Geräten unterstützen. Wir wollen einen Stromspartarif und wir wollen vor allem einen Anreiz bieten einzusparen.“ Außerdem müssten die „exzessiven Ausnahmen“ von der EEG-Umlage abgebaut werden.

Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns EWE, Werner Brinker, glaubt, dass die Verbraucher Verständnis für den Strompreisanstieg haben werden. Ein Großteil der Bevölkerung wolle die erneuerbaren Energien, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montag). Er sei überzeugt, dass ein darauf beruhender Preisanstieg „von den Verbrauchern im Großen und Ganzen getragen wird“.

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