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Umstrittene Neuerungen: Deutscher Städtetag lehnt Meldegesetz ab

Quelle: Handelsblatt Online

Kommunale Meldebehörden sind keine Adresshändler, sagt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des deutschen Städtetags, Helmut Dedy. Damit schließt er sich der heftigen Kritik am jüngst verabschiedeten Meldegesetz an.

Schon jetzt müssen Meldebehörden auf Antrag Auskünfte aus dem Melderegister erteilen. Quelle: dapd
Schon jetzt müssen Meldebehörden auf Antrag Auskünfte aus dem Melderegister erteilen. Quelle: dapd

BerlinDer Deutsche Städtetag ist gegen das neue Meldegesetz. „Unser Interesse geht nicht dahin, mit Adressen zu handeln“, sagte der stellvertretende Städtetags-Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der „Süddeutschen Zeitung“ (Montagausgabe). Für die deutschen Städte sei „der Schutz der personenbezogenen Daten“ ein „kostbares Gut“. Ein Entgegenkommen gegenüber den Adresshändlern im neuen Bundesmeldegesetz wäre „für uns problematisch“. Dedy verwies darauf, dass die kommunalen Meldebehörden schon jetzt gesetzlich verpflichtet seien, auf Anfrage Auskünfte aus dem Melderegister zu erteilen.

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Die Opposition läuft gegen das gerade erst verabschiedete Meldegesetz Sturm und will es im Bundestag stoppen. Politiker von SPD, Grünen und Linken kritisierten das Gesetz, weil es Wirtschaftsunternehmen Zugriff auf Personendaten in den Melderegistern gebe.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 08.07.2012, 23:13 UhrJens

    @peter9999:
    Es bewährt sich in der Praxis stets, (abseits von aller Ideologie) immer die berühmte (Wladimir Iljitsch) Lenin'sche Frage zu stellen: "Wem nützt es?". Die Beantwortung ist meist gar nicht so schwer und verblüfft mit der Einfachheit der Erkenntnis. Es nützt offenbar nicht dem Bürger, es sei denn, er wünscht, daß die Gemeinde die Reste an Privatsphäre preisgibt, die sein öffentlicher Facebook-Striptease noch nicht abgedeckt hat. Ansonsten kann man in öffentlichen Quellen ohne weiteres recherchieren, wer den Gesetzentwurf eingebracht hat. In diesem Fall unsere äußerst aktive Regierungskoalition. Das heißt aber nicht, daß sie den Gesetzentwurf auch geschrieben hat. Weil sie bekanntermaßen mit der Eurorettung voll ausgelastet ist (siehe: Rettungsschirmstress)gibt es hilfsbereite, aber nicht ganz uneigennützige Kreise (siehe: Lobbyisten), die das gerne übernehmen. Das beste Beispiel ist unsere komplette Gesundheitsgesetzgebung. Sonst noch Fragen? (Ich heiße das mitnichten gut, die Alternative ist eine solide Diktatur oder mehr Volksbeteiligung an der Gesetzgebung. Wobei, in der Schweiz kann auch jeder Deppl den Halter eines Fahrzeuges ermitteln lassen.)

  • 08.07.2012, 22:28 Uhrpeter9999

    Mich würde einmal interessieren, WER diese Gesetzesänderung so verfasst hat, bzw. so als Änderung in den dem Vernehmen nach anderslautenden Ursprungsentwurf des Gesetzes eingebracht hat!

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