
Der Stein des Anstoßes ist 67,5 Tonnen schwer, 1500 PS stark, 72 km/h schnell und verfügt über eine 120 mm-Glattrohrkanone - gemeint ist das neue Flaggschiff der deutschen Panzertruppe, der Leopard 2A7+. Die Herstellerfirma Krauss-Maffei Wegmann bewirbt ihn als "Kampfpanzer des 21. Jahrhunderts". Seine Vorzüge sind bei Youtube eingehend zu bewundern. Ein Video zeigt Soldaten und Panzer des Panzerbataillons 911 bei der Informationslehrübung (ILÜ) im September 2010 des deutschen Heeres in Munster und Bergen, wo der Prototyp des Leopard 2A7+ vorgestellt wurde.
Das Video stammt aus dem Umfeld der sogenannten Steel Beasts Community Deutschland - Panzerbataillon 911. Stolz erklärt der unbekannte Sprecher, dass der Kampfpanzer als das "bestgeschützte Gefechtsfahrzeug des deutschen Heeres auch zur Durchsetzung robuster Mandate" befähigt sei. Kanadische und dänische Einheiten hätten bereits die Erfahrung gemacht, dass allein die Präsenz des Leopard "lähmt und abschreckt". Gezielt könne "gegen besonders aggressive Demonstranten vorgegangen werden".
Saudi-Arabien will 200 deutsche Panzer
Der Leopard 2 ist einer der modernsten Kampfpanzer und gilt unter Experten als vielleicht bester der Welt. Was Hersteller und Bundeswehr mit Stolz erfüllt, sorgt in politischen Kreisen für reichlich Zündstoff. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen hat das autoritär regierte Saudi-Arabien bereits 44 Leopard-Panzer aus Deutschland gekauft. Insgesamt wolle das Königreich 200 Panzer in der Bundesrepublik erwerben, meldete die Nachrichtenagentur Reuters. Der Bundessicherheitsrat soll den Weg für den Export der Kampfpanzer bereits freigemacht haben. Die Regierung schweigt bislang zu dem sensiblen Thema. Die Opposition tobt.
Nach Meinung von Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin verstößt diese Waffenlieferung gegen einen parteiübergreifenden Konsens. Bislang habe gegolten, keine Waffen in Krisengebiete zu liefern, um die Konflikte nicht anzuheizen, sagte Trittin am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". "Das ist hier missachtet worden." Trittin weiter: "Saudi-Arabien war gerade daran beteiligt, die Demokratie-Bewegung in Bahrain niederzuwalzen. Einem solchen Regime mit einer solchen Praxis solche Waffen zu liefern, das hat es bisher in den vergangenen Jahren weder von Regierungen der einen noch der anderen Couleur gegeben."













