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Umstrittenes Handelsabkommen: Was man über ACTA wissen muss

Das Handelsabkommen ACTA soll die Rechte von Unternehmen stärken, Kritiker fürchten eine Beschränkung der Freiheit im Internet. Die wichtigsten Fragen zu ACTA im Überblick.

Um das internationale Handelsabkommen ACTA ist ein heftiger Konflikt entbrannt. Demonstranten in Prag haben die Regierung dazu gebracht, die Ratifizierung auszusetzen. Quelle: dpa
Um das internationale Handelsabkommen ACTA ist ein heftiger Konflikt entbrannt. Demonstranten in Prag haben die Regierung dazu gebracht, die Ratifizierung auszusetzen. Quelle: dpa

Der Streit um neue Urheberrechtsgesetze spitzt sich in Europa zu. Nachdem im Internet massiv gegen die US-Anti-Pirateriegesetzespläne mit den Kürzeln SOPA und PIPA mobil gemacht wurde, lautet das neue Feindbild ACTA. Dahinter verbirgt sich ein internationales Handelsabkommen zur Abwehr von Fälschungen (Anti-counterfeiting Trade Agreement), das im Januar von der EU unterzeichnet wurde.

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Kritiker fürchten dadurch jedoch die Einführung von Zensurmöglichkeiten im Internet und  mobilisieren für Samstag zu Protesten. Allein in Deutschland sind Demonstrationen in 54 Städten geplant - von Aachen über Chemnitz, Minden und Rostock bis Würzburg.

Vor allem in Polen hatte es massive Proteste gegeben, bei denen zahlreiche Regierungswebsites blockiert wurden. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hatte daraufhin die Ratifizierung des bereits unterschriebenen Abkommens in der vergangenen Woche ausgesetzt. Auch Tschechien stoppte die Ratifizierung des Vertrags. „Wir dürfen auf keinen Fall zulassen, dass die bürgerlichen Freiheiten und der freie Zugang zu Informationen in irgendeiner Weise bedroht sind“, erklärte der tschechische Ministerpräsident Petr Necas.

Die wichtigsten Fragen zu dem Abkommen im Überblick.

 

Was ist ACTA?

Das Anti-counterfeiting Trade Agreement (ACTA) ist ein internationaler Handelspakt mit dem Ziel, Urheberrechte auch international durchzusetzen. Das Abkommen ergänzt das TRIPS-Abkommen von 1994 im Rahmen der Welthandelsorganisation (WTO). Der ACTA-Vertrag geht auf eine Initiative der USA und Japans im Jahr 2006 zurück. Die Verhandlungen von 2008 bis 2010 standen nach Informationen aus unterrichteten Kreisen unter dem Druck von Interessengruppen insbesondere der Film- und Musikindustrie in den USA.

Zu den 37 Staaten, die das Abkommen vereinbart haben, zählen unter anderem die 27 EU-Mitglieder, die Schweiz, die USA und Japan. Allerdings haben noch nicht Länder das Abkommen signiert. Aus formalen Gründen steht auch noch die Unterschrift von Deutschland aus.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 10.02.2012, 20:03 UhrAnonymer Benutzer: Jenny

    Ich habe mir die Erklärung der EU-Kommision zu ACTA durchgelesen und stelle fest: Deutschland hat bereits genügend Gesetze, um Internet-Verbrechern und Raubkopierern das Handwerk zu legen. Unser Recht ist da glasklar; für den beschriebenen Zweck braucht es ACTA nicht. Vor all die netten Beruhigungsformeln, die dann folgen, kann man getrost ein "vorläufig" setzen. Solange sich nicht jedes Land dieser Welt an die Resolution hält, ist das sowieso Makulatur. Glaubt wirklich irgend jemand, das kriminelle Plagiateure sich von ACTA abhalten lassen, Geld zu scheffeln? Ich nicht! Wenn ein Chinese ein Werkzeug kopieren will, wird er es weiterhin tun, und in der Türkei werden weiterhin Klamotten für 10 € vertickt, auf denen irgend ein toller Markenname steht. In New York wird man weiterhin Handtaschen mit begehrten Labeln finden, die nur 20 $ kosten. Wozu also die ganze Chose mit dem "Schutz vor Raubkopien, Plagiaten etc."?
    Das was sich jetzt so harmlos anhört und angeblich weder Twitter noch FB (von YT keine Rede) beeinträchtigen soll, KANN aber auch so angewendet werden, das jeder Internetnutzer unter Dauerüberwachung steht. Und bisher wurde noch jede Technik, jede Erfindung, jedes Recht das angewendet werden kann, früher oder später auch tatsächlich angewendet - bis hin zum Klonen von Menschen.
    Es wird ein schleichender Prozeß sein, der uns peu a peu in bewährter Salamitaktik Maulkörbe anleget. Erst ein bißchen hier und dann ein bißchen da - und in 10 Jahren stellen wir fest, was das doch für herrliche Zeiten waren, als das Internet noch frei war. Dann fragen unsere Enkel: "wo warst Du, als das damals losging, was hast Du dagegen getan?" Ich will dann nicht vor Scham erröten müssen und darum gehe ich morgen gegen ACTA auf die Straße!

  • 09.02.2012, 21:07 UhrAnonymer Benutzer: mathias

    ACTA ist eine Verpackung mit weiteren einschr. des Datenschutzes.

    Herr Hamann danke für die Adressen, aber Google blockiert schon
    diese Seiten, wenn man denen seinen Rechner nicht überlässt.

    Amerika will weltweit alle Internetaktivitäten überwachen
    "GUTTI" mit Gehirnwäsche zurückgeschickt- erhält in der EU den
    richtigen Posten!!

    Jedes Land das dieser Vereinbarung zustimmt beschneidet die
    Rechte seiner Bürger.

    Der Westen wird zur einer einzigen großen DIKTATUR !!!
    Oder nur gehirnlose "JASAGER" ???


  • 07.02.2012, 22:41 UhrAnonymer Benutzer: Hans_Hamann

    ACTA ist noch nicht von der EU ratifiziert worden. Derzeit befasst
    sich der Ausschusses für Internationalen Handel (INTA) des
    Europäischen Parlamentes mit ACTA. INTA wird abschliessend einen
    Bericht dem Gesamtparlament vorlegen und dort die Abstimmung zur
    Billigung ACTAs maßgeblich beinflussen.

    EU-Bürger, die wegen des ACTAs Bedenken haben, sollten daher zur Zeit die Mitglieder der INTA-Ausschusses kontaktieren (bitte freundlich und sachlich bleiben) um einen Einfluss auf den INTA-Abschlussbericht zu nehmen.

    Deutsche Abgeordnete im INTA-Ausschuss sind:

    Daniel Caspary
    Albert Dess
    Norbert Glante
    Silvana Koch-Mehrin
    Bernd Lange
    Godelieve Quisthoudt-Rowohl
    Helmut Scholz

    E-Mail-Adressen der EU-Abgeordneten sind allgemein:

    Vorname.Nachname@europarl.europa.eu

    Telefonnummern, E-Mail-Adressen und INTA-Mitglieder anderer Länder
    finden sich auch unter:
    https://memopol.lqdn.fr/europe/parliament/committee/INTA/

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