Umweltminister Norbert Röttgen: "Standards setzen"

Umweltminister Norbert Röttgen: "Standards setzen"

Bild vergrößern

Norbert Röttgen

von Cornelia Schmergal und Max Haerder

Der Bundesumweltminister über europäische Stromnetze, schärfere Vorgaben zur Energieeffizienz und einen Verkaufsstopp für ineffiziente Produkte wie etwa stark energiefressende Kühlschränke oder Computer.

WirtschaftsWoche: Herr Röttgen, mit Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle stritten Sie erbittert über das Energiekonzept der Regierung. Vor dem EU-Energiegipfel müssen Sie sich einigen. Geht das überhaupt?

Röttgen: Was wir im Energiekonzept beschlossen haben, ist jetzt auch als unsere gemeinsame Position für den Gipfel formuliert. Wir sind uns einig, dass wir ein EU-Gesetz für die Förderung der erneuerbaren Energien ablehnen. Vor allem aber haben wir uns auf Maßnahmen für mehr Energieeffizienz verständigt.

Anzeige

Die EU hat zugegeben, dass sie ihr Ziel verfehlen wird, die Energieeffizienz bis 2020 um 20 Prozent zu erhöhen. Was muss geschehen?

Es darf nicht dabei bleiben, dass die EU bei diesem wichtigen Klimaziel nicht erfolgreich ist. Energieeffizienz ist die wirtschaftlichste Möglichkeit, Importabhängigkeit und Emissionen zu reduzieren. Daher müssen wir verbindliche Instrumente festlegen.

Welche sollen das konkret sein?

Wir wollen bei den Produkten zum Beispiel den sogenannten Top-Runner-Ansatz einführen: Die zehn Prozent der effizientesten Elektroprodukte bilden nach Ablauf einer Frist einen verbindlichen Maßstab für die Energieeffizienz.

Für welche Produkte soll das gelten?

Für alle, deren Energieverbrauch relevant ist. Man könnte an die Ökodesign-Richtlinie anknüpfen, die beispielsweise Kühlschränke, Klimaanlagen oder Computer nennt.

Und was geschieht, wenn Hersteller die Effizienzvorgaben nicht einhalten?

Die Frist muss so gewählt sein, dass Unternehmen die Chance haben, die Standards zu erfüllen. Hersteller, die nach Fristablauf nicht mithalten und die geforderten Effizienzwerte nicht einhalten, dürfen ihre Produkte nicht mehr verkaufen.

Das Verbot solcher Stromfresser ist aber ein sehr weitgehender Eingriff in die Geschäftspolitik der Hersteller...

Das Entscheidende ist, dass ein Standard gesetzt wird, den der Staat dem Markt selbst entnimmt. Innovation muss zum Leitmotiv der europäischen Energiepolitik werden. Ich glaube, dass eine solche Vorgabe den deutschen Herstellern nützt, weil sie innovationsstark sind.

Wie viele Kompetenzen will Deutschland überhaupt nach Brüssel abgeben?

Es gibt keine rein nationale Energiepolitik mehr, die Energie- und Strommärkte wachsen zusammen. Aber nationale Förderinstrumente bleiben auf längere Sicht unverzichtbar.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%