Umweltschaden durch Erdspeicher: Zweifel an Sicherheit der nationalen Öl-Reserve

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Fachleute für Bodenanalysen untersuchten in Gronau (Nordrhein-Westfalen) den Ackerboden, weil große Mengen Öl ausgetreten waren. Das Öl stammt aus unterirdischen Ölspeichern.

von Cordula Tutt

Vor wenigen Wochen sprudelte in Nordrhein-Westfalen Erdöl aus dem Boden - vermutlich wegen eines maroden unterirdischen Speichers. Die Folgen für die Umwelt sind gravierend.

Das vor knapp zwei Monaten im Münsterland an die Erdoberfläche gequollene Öl stammt nach einem Bericht des Bundesumweltministeriums aus dem undichten Rohr eines unterirdischen Speichers. In dem aktuellen Bericht an den Umweltausschuss des Bundestags heißt es, unklar sei, wie die Leitung „vermutlich in 217 Metern Tiefe“ kaputt gehen konnte.
Das Öl strömte an mehreren Stellen zeitweise mit bis zu 20 Litern pro Stunde an die Oberfläche. In der ländlichen Gegend hat es Vieh vergiftet und das Grundwasser erreicht. Mehrere Wochen war die genaue Austrittstelle des unterirdisch gelagerten Öls unklar. Nach der Ölkrise haben Behörden seit 1974 in Salzbergwerken (Kavernen) unter anderem in der nun betroffenen Region nahe der Stadt Gronau eine nationale Reserve angelegt.
Der Bericht des Bundesumweltministeriums, der der WiWo vorliegt, bewertet die Umweltschäden nicht und lässt offen, ob auch von anderen Öl- und Gas-Speichern in der Tiefe eine Gefahr ausgehen könnte. 2013 gab es sieben Öl-Kavernen in Deutschland und etwa 50 unterirdische Gasspeicher.
Doch der Schaden könnte Folgen weit über die betroffene Region im deutsch-niederländischen Grenzgebiet hinaus haben. Es geht um die Frage, ob Salzstöcke zum Lagern von Rohöl und Erdgas im großen Stil geeignet sind.
Oliver Krischer, Grünen-Fraktionsvize im Bundestag, verlangt, auch andere Speicher in ehemaligen Salzbergwerken zu untersuchen.

Der Umweltpolitiker fordert: „Alle Fachleute haben gesagt, das könne nicht passieren. Es darf auch nicht passieren. Jetzt muss man die ganze Technik überprüfen.“ Die meisten Speicher seien 30 bis 40 Jahre alt. „Solche Schwachstellen werden mit dem Alter wahrscheinlicher. Die Bundesregierung muss einen Rahmen setzen, dass alle Kavernen vollständig geprüft und sicher sind.“ Auch hier seien Mängel möglich, warnt Krischer. „Bei Gas wäre es noch gefährlicher. Es ist flüchtiger als Erdöl.“
Im Unterschied zu den Ölspeichern, die zur nationalen Ölreserve gehören, werden die Gasspeicher unter Tage von Privatunternehmen bewirtschaftet.

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