Universitäten: Studiengebühren gestrichen

Universitäten: Studiengebühren gestrichen

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An der Uni Konstanz wurden Millionen Euro in die Bibliothek investiert.

Sie sollten die Modernisierung der deuschen Hichschulen vorantreiben, doch nun verkommen sie zum Auslaufmodell - Studiengebühren. Fast alle Bundesländer haben sie wieder gestrichen. Dabei bringen Studiengebühren durchaus Erfolge.

An die Momente, wenn ihr Telefon klingelt, erinnert sich Anneke Hackenbroich noch Tage später. Nicht, dass sie ein außergewöhnlich gutes Gedächtnis, Angst vor Drohanrufen oder ein schrulliges Hobby hätte. Es passiert bloß so selten. „In letzter Zeit ruft aber fast jede Woche jemand an“, sagt Hackenbroich, sie klingt ein bisschen stolz, denn das soll heißen: richtig oft.

Hackenbroich ist Mitarbeiterin an der pädagogischen Hochschule Schwäbisch-Gmünd, gut 500 junge Erwachsene beginnen hier pro Jahr ein Studium. Seit zwei Jahren bietet die Universität ihnen in Person von Hackenbroich einen neuen Service an: Die Beratungsstelle für Studierende mit Kind, finanziert aus Studiengebühren. Dass die einmal wöchentlich stattfindende Sprechstunde kaum jemand besucht, wundert niemand. Gibt es doch an der Uni höchstens „ein paar Dutzend“ Studierende mit Kind, schätzt Hackenbroich. Und eine Frauenbeauftragte in Vollzeit.

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Die letzten Zwei

Angesichts solcher Beispiele verwundert es nicht, dass die neue grün-rote Landesregierung Schluss machen will mit den Studiengebühren in Baden-Württemberg. Ab 2012 sollen die nicht mehr erhoben werden, so hat man es im Koalitionsvertrag vereinbart. Selbst der Protest der jetzt oppositionellen CDU gegen die Abschaffung bleibt überschaubar, man konzentriert sich lieber auf den ökologischen Aufbruch und beschwört die drohende Deindustrialisierung.

Nur vier Jahre nach der Einführung der Studiengebühren ist Erstaunliches passiert: Als entscheidender Schub für die Modernisierung des Hochschulsystems gestartet, sind die Beiträge zum Auslaufmodell verkommen. In Hessen und dem Saarland wird die zwischenzeitlich eingeführte Gebühr bereits nicht mehr erhoben, in diesem Jahr folgt NRW, nächstes Jahr sind Hamburg und Baden-Württemberg dran. Dann werden nur noch zwei Länder Studenten für ihr Studium bezahlen lassen: Niedersachsen und Bayern.

Auf den ersten Blick ist dieser Wandel schlicht mit den Regierungswechseln vom konservativen ins linke Lager zu erklären. Doch auch die neuen Oppositionsparteien wehren sich kaum gegen die Abschaffung. Zu laut waren die Proteste, zu negativ ist das Image der Gebühren. Einen zweiten Frühling werden die Beiträge wohl nicht mehr erleben.

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