Unterbrochener Funkkontakt: Offenbar mehr AKW als bekannt geräumt

Unterbrochener Funkkontakt: Offenbar mehr AKW als bekannt geräumt

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Mehrere AKW mussten evakuiert werden, nachdem der Funkkontakt zu einem Flugzeug verloren ging.

Ein unterbrochener Funkkontakt zu einem Flugzeug sorgte für Aufregung: Mehrere Atomkraftwerke mussten geräumt werden. Einem Bericht zufolge waren mehr Meiler betroffen als bisher bekannt.

Wegen eines unterbrochenen Funkkontakts zu einem Flugzeug im deutschen Luftraum sind am vergangenen Freitag nach Recherchen des WDR mehr Atomkraftwerke geräumt worden als bislang angenommen. Insgesamt seien sieben der acht noch in Betrieb befindlichen Meiler und mehrere stillgelegte Kraftwerke von dem bundesweiten „Renegade“-Voralarm betroffen gewesen, berichtet der Sender. Das hätten die AKW-Betreiber RWE, PreussenElektra und EnBW dem Westdeutschen Rundfunk bestätigt.

Die meisten Anlagen wurden demnach für eine Stunde evakuiert. Insgesamt seien 17 Reaktoren an 12 Standorten betroffen gewesen, meldet der WDR. Bislang sei lediglich von fünf Anlagen in Norddeutschland die Rede gewesen. Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) forderte, dass der Bund sicherstellen müsse, dass die Bürger rechtzeitig über Maßnahmen informiert werden müssten.

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Am Freitag war für 22 Minuten der Funkkontakt mit einer Maschine der der Fluglinie Air India unterbrochen. Nach Angaben der Luftwaffe wurde die Maschine im deutschen Luftraum von zwei Eurofightern der Luftwaffe übernommen. In solchen Fällen werde per Sichtkontakt überprüft, dass es keine ungewöhnliche Situation an Bord gibt.

Renegade-Fälle sind solche, in denen möglicherweise ein Luftfahrzeug aus terroristischen oder anderen Motiven als Waffe verwendet werden könnte. Der Alarm war 2003 eingerichtet worden, um den Luftraum vor solchen Bedrohungen zu schützen. Hintergrund sind die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA. Bei dem Alarm beginnt ein standardisiertes Verfahren. Die Betreiber der Anlagen haben aber einen Ermessensspielraum, wie konkret sie die Gefahr einschätzen.

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