Ur-Wahl der Grünen: Grünen-Chefin Roth will weitermachen

ThemaGrüne

Ur-Wahl der Grünen: Grünen-Chefin Roth will weitermachen

Bild vergrößern

Claudia Roth äußerte sich in Berlin zu ihrer politischen Zukunft.

Grünen-Vorsitzende Claudia Roth hat ihr Abschneiden bei der Ur-Wahl der Grünen-Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl als „herbe Klatsche“ bezeichnet. Für den Parteivorsitz werde sie dennoch kandidieren.

Grünen-Chefin Claudia Roth will weitermachen und tritt erneut für die Wahl des Parteivorsitzes an. Roth zeigte sich am Montagmorgen in Berlin zwar sehr enttäuscht über ihr Ergebnis bei der Urwahl des grünen Spitzenduos. "Das war eine herbe Klatsche", sagte Roth. "Das war aber nicht die Abwahl der Parteivorsitzenden."

Was die Grünen in der Finanz- und Wirtschaftspolitik durchsetzen wollen

  • Euro-Bankenaufsicht

    Die Grünen fordern eine europäische Bankenaufsicht, die auf nationale Kontrollbehörden und Kreditinstitute durchgreifen kann. Allerdings würde das auch eine gemeinschaftliche Haftung bedeuten.

  • Altschulden

    Wie von den „Fünf Wirtschaftsweisen“ vorgeschlagen, will Trittin für Verbindlichkeiten der Euro-Länder einen Schuldentilgungsfonds aufbauen. Die Staatsverschuldung der Euro-Staaten soll so auf 60 Prozent der Wirtschaftsleistung gedrückt werden, wie es der Maastricht-Vertrag vorsieht. Darüber hinausgehende Verbindlichkeiten sollen in einen Tilgungsfonds mit gemeinschaftlicher Haftung ausgelagert werden.

  • Euro-Anleihen

    Gemeinsame Bonds der Euro-Länder sollen es hoch verschuldeten Staaten der Währungsunion leichter machen, an neues Geld zu gelangen. Deutschland und andere stabile Länder würden dann allerdings mit höheren Zinsen und gemeinsamer Haftung einstehen müssen.

  • Vermögensabgabe

    Zum Schuldenabbau sollen nach dem Willen der Grünen reiche Privatleute mit einem Vermögen ab einer Million Euro sowie Privatunternehmer ab fünf Millionen Euro jährlich 1,5 Prozent zusätzlich abgeben. Die Grünen betrachten dies als Beitrag der Reichen, deren Wohlstand die Steuerzahler in der Bankenkrise gesichert hätten.

  • Einkommensteuer

    Die Grünen fordern einen Spitzensteuersatz von mindestens 45 Prozent, Jürgen Trittin will sogar 49 Prozent durchsetzen.

Sie habe am Wochenende sehr viel Zuspruch bekommen, "aus allen Ecken der Partei und vor allem aus der Basis". Viele namhafte Parteivertreter hätten ihr glaubhaft versichert, bei der Urwahl der Spitzenkandidaten sei es nicht um den Parteivorsitz gegangen.

Anzeige

Nach langem Überlegen biete sie daher ihrer Partei an, als Vorsitzende alles für den Wechsel zu tun. Jetzt hätten die Delegierten beim Parteitag am Wochenende das Wort, sagte Roth. Mit Roths Entscheidung vermeiden die Grünen, mit einem womöglich heftigen Personalstreit in den Wahlkampf zu ziehen. „Es geht jetzt in erster Linie nicht um mich und um meine Enttäuschung, sondern es geht um etwas Wichtigeres“, sagte sie. Es gehe um die Ablösung von Schwarz-Gelb.

Roth hatte mit nur 26,2 Prozent am schlechtesten von den vier bekannten Bewerbern abgeschnitten. Gewählt worden waren Fraktionschef Jürgen Trittin mit 71,9 Prozent der Stimmen und Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt mit 47,3 Prozent, Co-Fraktionschefin Renate Künast hatte 38,6 Prozent erhalten. Roth räumte ein, sie habe ein bitteres Ergebnis erlebt. Zweifel und große Zerrissenheit hätten sie durchgerüttelt.

Sie habe sich zwar gefragt, ob sie ihr Amt behalten könne. Doch sie sei zu dem Ergebnis gekommen: „Es geht darum, geschlossen alle Kräfte zu mobilisieren und zu bündeln.“ Roth: „Deshalb ziehe ich meine Kandidatur nicht zurück.“ Und weiter: „Deshalb habe ich nach langen Überlegungen (...) gesagt, gut, dann biete ich das der Partei an.“ Nun hätten die Delegierten das Wort.

Weitere Artikel

Trittin begrüßte Roths Entscheidung. Sie habe die Grünen in vielen schwierigen Fragen immer wieder in der Mitte zusammengeführt, sagte er im ZDF-„Morgenmagazin“. Dass sie diese Arbeit fortsetzen könne, sei „wichtig für unseren Wahlkampf“. Roth bekräftigte, dass die Grünen auf ein starkes Ergebnis für einen rot-grünen Wahlsieg hinarbeiten wollen. Sie sicherte Göring-Eckardt und Trittin ihre volle Unterstützung zu.

Die 57-Jährige hatte sich bereits erneut als Parteichefin beworben. Auch Parteichef Cem Özdemir will sich bei der Wahl auf dem Parteitag an diesem Samstag bestätigen lassen. Das Vorsitzenden-Duo besteht aus einer Frau und einem Mann. Roth wurde schon 2001 an die Parteispitze gewählt. Den Vorsitz verlor sie vorübergehend wegen der damals geltenden Unvereinbarkeit von Amt und Mandat Ende 2002. Zwei Jahre später rückte sie wieder an die Spitze.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%