Urheberrecht: Der Kern des Copyrights

Urheberrecht: Der Kern des Copyrights

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Worum geht es bei der aktuellen Debatte über das Urheberrecht? Die zehn wichtigsten Fragen im Überblick.

Geht es nur um die Freiheit von Informationen – oder doch um das Ende der Kulturindustrie? Die von der Piratenpartei in die Öffentlichkeit getragene und auf der Internet-Konferenz re:publica in Berlin erneut geführte Debatte über das Urheberrecht wird immer unübersichtlicher. Vielen ist dabei nicht klar, worüber eigentlich gestritten wird. Die wichtigsten Antworten.

1.: Warum bricht gerade jetzt ein Streit über das Urheberrecht aus?

Ein Bild, das jüngst durch das Internet geisterte, bringt die Sache auf den Punkt: Eine Kassette war darauf zu sehen und ein Bleistift. Darunter die Zeile: Unsere Kinder werden nicht mehr wissen, was diese beiden Gegenstände miteinander zu tun haben. Das Foto erinnert an die längst vergangenen Tage analoger Musik. Aus dieser Zeit stammt auch das deutsche Urheberrecht. Seither hat die Digitalisierung des Mediengeschäfts die Welt radikal verändert: Musikliebhaber kaufen Hits und Alben als MP3-Dateien, lesen Romane und Sachbücher auf dem Display eines Lesegeräts wie dem Kindle und schauen Serien und Spielfilme nicht via Kabelfernsehen, sondern per Streaming über DSL auf dem Laptop.

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Vorbei sind die Zeiten, in denen eine Urheberabgabe im Kassettenpreis das Recht auf private Radiomitschnitte legalisierte – die Bänder waren ohnehin von so schlechter Qualität, dass keiner sie in großen Mengen hätte verkaufen können. Heute lassen sich Musik, Bücher und Filme problemlos und ohne Qualitätsverlust vervielfältigen. Weil das millionenfach geschieht, klagen Musiklabels, Filmstudios und Verlage über schwindende Umsätze in Milliardenhöhe.

Gleichzeitig wehren sie sich: Laut Internet-Verband Eco händigen deutsche Internet-Provider jeden Monat für rund 300.000 Internet-Verbindungen Nutzerdaten an Rechteinhaber aus. Deren Anwälte verschicken Abertausende Abmahnungen an Raubkopierer – als Abschreckung und neue Erlösquelle.

Die dieser Tage viel zitierten Urheber, sprich Künstler, Autoren und Musiker, gehen dabei mitunter leer aus. Der Hamburger Rapper Jan Delay äußerte sein Missfallen auf seiner Facebook-Seite: „Im letzten Jahr hat es 800. 000 Abmahnungsverfahren wegen illegalen Downloads gegeben. (...) Heraus kommt das stolze Sümmchen von 1,2 Milliarden, welches unter den Anwälten und den Plattenfirmen gesplittet wird. Die Künstler sehen davon nix!“ Nur den Zorn der Fans bekommen sie zu spüren.

Die Lage ist verfahren: Die Konzerne suchen besseren Schutz, die Nutzer wollen leichter an die Inhalte kommen, und die Politik zeigt sich weitgehend ratlos. Doch der Erfolg der Piratenpartei zeigt auch: Ein wachsender Teil der Deutschen fordert, die zentralen Fragen dringend zu klären.

2.: Worüber reden wir eigentlich?

Es geht um das Urheberrecht, das den Schutz des geistigen Eigentums regelt. Das Gesetz verbrieft einem Künstler, der ein Buch schreibt, ein Musikstück komponiert oder ein Bild malt, umfassende Rechte bezüglich der Veröffentlichung und Vermarktung seines Werkes.

Allenfalls ein Zitat daraus ist erlaubt, doch auch hier gibt es enge Grenzen: So muss der Zitierende rechtfertigen können, dass das Zitat einem besonderen Zweck dient, etwa, wenn ein wissenschaftlicher Text in Sekundärliteratur erläutert wird. Nach dem Tod des Urhebers gehen die Rechte in den Besitz seiner Erben über – für 70 Jahre.

In den vergangenen Jahren wurde das deutsche Urheberrecht mehrfach überarbeitet. Dabei hat die Politik verboten, dass Nutzer über Internet-Tauschbörsen Musik und Filme weitergeben. Ebenso hat der Gesetzgeber auf Drängen der Musik-, Verlags- und Filmbranche entschieden, dass Nutzer den Kopierschutz von CDs, DVDs und elektronischen Büchern nicht umgehen dürfen – selbst wenn sie nur eine private Kopie für ein Familienmitglied anfertigen wollen.

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