Ursula von der Leyen: "Selbstständige sollten eine Pflicht zur Altersvorsorge haben"

Ursula von der Leyen: "Selbstständige sollten eine Pflicht zur Altersvorsorge haben"

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"Es ist ja bewiesen, dass Beschäftigung jung und beweglich hält – nicht nur im Kopf.", so Ursula von der Leyen.

von Cornelia Schmergal und Cordula Tutt

Der Porsche in der Garage oder der Rembrandt an der Wand seien keine akzeptable Form verlässlicher Altersvorsorge, so Sozialministerin Ursula von der Leyen. Pokern auf Kosten der Allgemeinheit dürfe es nicht mehr geben.


WirtschaftsWoche: Frau von der Leyen, Sie sind jetzt 53 Jahre alt. Wann gehen Sie in Rente?

Von der Leyen: Ich habe mal nachgerechnet, das wird mit 66 der Fall sein...

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...da fängt das Leben an, wie wir seit Udo Jürgens wissen. Können Sie sich vorstellen, dann nichts mehr zu tun?

Es wäre für mich unvorstellbar, ab einem Tag X meinen Kopf nur noch privat zu nutzen. Denn ich arbeite leidenschaftlich gern.

Würden Sie denn gern länger arbeiten?

Gerne viele Jahre nach 66, aber nicht im straffen Korsett, das eine existenzsichernde Arbeit mit sich bringt, sondern mit mehr Freiheit. Es ist ja bewiesen, dass Beschäftigung jung und beweglich hält – nicht nur im Kopf.

Dann müssten Sie begeistert sein über Vorschläge wie den der Wirtschaftsweisen, das Rentenalter nicht auf 67, sondern auf 69 Jahre zu erhöhen.

Diese Diskussion verstehe ich nicht. In diesem Jahr steigen wir in die Rente mit 67 ein, die erst in 20 Jahren erreicht sein wird. Wir sind auf gutem Weg, die Stellung der Älteren im Berufsleben hat sich deutlich verbessert, aber es ist noch viel zu tun, damit sich das Bild der Älteren in der Wirtschaft ändert.

Es sind zwar immer mehr 60- bis 64-Jährige erwerbstätig, dennoch haben nur 41 Prozent eine Stelle. Warum haben sie es so schwer?

Über Jahrzehnte gab es vor allem Anreize, Beschäftige über 50 aus dem Arbeitsleben zu drängen – mit der Altersteilzeit, die meist als Block für den frühen Ausstieg genutzt wurde, oder dem längeren Arbeitslosengeld. Jetzt haben wir diese Fehlanreize korrigiert und sehen langsam den positiven Effekt. Der demografische Wandel führt zudem dazu, dass nicht genug Junge nachkommen. Die Belegschaften altern. Damit steigen die Neugier und der Druck für die Betriebe, die Qualitäten der älteren Beschäftigten neu zu entdecken.

CSU-Chef Horst Seehofer würde die Rente mit 67 aber gern verschieben, weil es mit der Beschäftigung Älterer noch nicht so richtig klappt.

Er hat vor allem gesagt, die Rente mit 67 sei die richtige Antwort auf die demografische Entwicklung. Er zweifelt lediglich, ob die Älteren genug Arbeit finden werden. Meine Prognose ist, das klappt, wenn wir beherzt herangehen und die verbleibende Frist bis 2029 entschlossen nutzen. Die einzigen Alternativen wären massive Rentenkürzungen oder deutliche Beitragserhöhungen für die folgende Generation. Das will auch keiner.

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