Die Unterstützung für Chávez nimmt in der Region ab Für Nicholas Burns, Staatssekretär im US-Außenministerium, ist die Sache klar: „Hugo Chávez verliert in Südamerika an Einfluss.“ Tatsächlich beginnt der Stern des Linkspopulisten zu sinken. Obwohl er sich im Superwahljahr Lateinamerikas mit rund einem Dutzend Wahlen vielerorts in den Wahlkampf einmischte und für ihm genehme Kandidaten trommelte, setzten sich in der Region bisher überwiegend bürgerliche Kandidaten durch. Bitter für den Caudillo: Ausgerechnet die Kandidaten, die er ausdrücklich unterstützte wie Ollanta Humala in Peru oder Andrés Manuel Lopez Obrador in Mexiko, verloren die Wahlen. Auch in Ecuador könnte mit dem Bananentycoon Álvaro Noboa ein bürgerlicher Kandidat gewinnen. Gefallen kann Chávez allein der Wahlausgang in Nicaragua, wo Daniel Ortega siegte. Doch der ehemalige Sandinista hat sich zu einem pragmatischen Politiker gewandelt und eine Allianz mit den Rechten seines Landes geschlossen. Die einzigen engen Verbündeten von Chávez in Lateinamerika sind somit Kuba und Bolivien. Die jedoch stecken politisch wie wirtschaftlich in der Krise und können nicht wählerisch sein bei der Wahl von Freunden. Das zähe Ringen zwischen Venezuela und Guatemala um den lateinamerikanischen Sitz im UN-Sicherheitsrat zeigt, dass die Region in der Unterstützung für Chávez gespalten ist: Für Venezuela stimmten neben den karibischen Staaten und Kuba die meisten Staaten Südamerikas, etwa Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay und Bolivien. Keine Stimme bekam Chávez hingegen von Mexiko und den meisten Staaten Zentralamerikas sowie Kolumbien und Peru aus Südamerika. Wegen des Stimmenpatts nach 50 Abstimmungen gewann am Ende Alternativkandidat Panama. Beliebt ist der Linkspopulist auch bei seinen ausländischen Unterstützern nicht. Chávez geht den meisten mit seiner antiwestlichen Konfrontationspolitik auf die Nerven. Er muss sich Unterstützung erkaufen – mit billigem Öl (Kuba, Karibikstaaten) oder mit Geld, wenn er argentinische Auslandsschulden kauft, die sonst niemand will.
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