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Verfassungsschutz: Linke wird überwacht, nicht nur beobachtet

Quelle: Handelsblatt Online

Die Linke wird vom Verfassungsschutz nicht nur beobachtet, sondern auch nachrichtendienstlich überwacht, bestätigte der Präsident des niedersächsischen Verfassungsschutzes. Damit widerspricht er dem Bundesinnenminister.

Der Präsident des niedersächsischen Verfassungsschutzes, Hans-Werner Wargel, hat eine punktuelle nachrichtendienstliche Überwachung der Linkspartei bestätigt. Quelle: dapd
Der Präsident des niedersächsischen Verfassungsschutzes, Hans-Werner Wargel, hat eine punktuelle nachrichtendienstliche Überwachung der Linkspartei bestätigt. Quelle: dapd

BerlinDie Linkspartei wird von Verfassungsschützern auch überwacht und nicht nur beobachtet. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sagte zwar am Mittwoch, das ihm unterstehende Bundesamt für Verfassungsschutz beobachte die Partei nur. Niedersachsen setzt dagegen nach eigenen Angaben auch nachrichtendienstliche Mittel ein.

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Friedrich sagte im Deutschlandfunk, es gebe eine klare Anweisung an das Bundesamt, die Linkspartei nur zu beobachten. „Mir ist nicht bekannt, dass vonseiten des Bundesamtes für Verfassungsschutz gegen diese Anweisung verstoßen wird.“ Sonst müsse er sofort einschreiten, sagte der CSU-Politiker.

Der Präsident des niedersächsischen Verfassungsschutzes, Hans-Werner Wargel, hatte am Dienstag im Radio Bremen gesagt: „Wir setzen punktuell auch nachrichtendienstliche Mittel ein.“ Seine Behörde habe immer öffentlich gesagt, dass sie die Linkspartei nicht nur mit offenen Mitteln beobachte. Damit hat sie laut Gesetz die Möglichkeit, Personen mit Hilfe von verdeckten Ermittlern oder Abhöraktionen zu überwachen. Dabei gilt der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit.

Friedrich sagte, das Vorgehen der Landesbehörden müsse auch dort geklärt und verantwortet werden. Nach seinen Angaben kann das Bundesamt auch Informationen aus den Ländern zu seinen Akten nehmen.

Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hatte sich über die Tätigkeit des Verfassungsschutzes empört. „Wenn es tatsächlich wahr ist, dass langjährige Bundestagsmitglieder bis hin zur Bundestagsvizepräsidentin überwacht werden, wäre das unerträglich.“

Friedrich erwiderte am Mittwoch, der Kernbereich der Abgeordnetentätigkeit dürfe nicht berührt sein. Er werde seiner Kabinettskollegin ein sehr dickes Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes übersenden. Darin sei genau dargelegt, warum die Linke beobachtet werde und unter welchen Voraussetzungen die Beobachtung eines Abgeordneten möglich sei, betonte der CSU-Politiker.

Linkspartei-Chefin Gesine Lötzsch kritisierte Friedrich scharf. Sie als Abgeordnete habe die Aufgabe, die Verfassung zu verteidigen. Friedrich sei dabei, die Grundlagen der Verfassung anzugreifen und sie „mit dem Holzhammer“ zu zertrümmern, sagte Lötzsch. Wenn man sich politisch mit der Partei auseinandersetzen wolle, müsse man Argumente anführen.

Der Bundestag soll sich am Donnerstag in einer Aktuellen Stunde mit dem Thema befassen. 

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 25.01.2012, 17:20 UhrAnonymer Benutzer: mathias

    Wenn man bedenkt, das die ex-DDR Politiker seit 20 Jahren mit Rufmord
    überschüttet werden, gibt das einigen gewaltig zu denken auf.:

    Die N-A-Z-I Richter sind seit 1950 allesamt wieder in Amt und Würden
    Und heute noch im Namen des Volkes nach Adolfs-Willen urteilen

    Welches System bekämpft hier ein System ?????????

    Oder hat das Adolf-System hier Angst das die aus dem Osten mehr
    Wissen ausplaudern könnten, als denen lieb sein dürfte.

    Nun es dürfte KEIN GEHEIMNIS sein, das Adenauer das Volk aus dem
    Osten als Pfand den Russen überlassen hat - für halb Berlin.

    Das Hauptproblem ist und bleibt die mangelnde Aufarbeitung des
    N-Regiems.
    Was geht mich das an, ich bin eine andere Generation- von Dummköpf
    Vergangenheit ist die Basis für: Gegenwart und Zukunft !!!!!!!

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