Vergleichsstudie: Deutschlands Städte sind fit für die Zukunft

Vergleichsstudie: Deutschlands Städte sind fit für die Zukunft

von Marcel Berndt

Beste Voraussetzungen für Wachstum bescheinigt eine Studie den 30 größten Städten Deutschlands. Ihr BIP hat sich seit der Finanzkrise besser entwickelt als der Bundesdurchschnitt. Vorne liegen Frankfurt und München.

Die deutschen Großstädte haben glänzende Weichenstellungen für die Zukunft. So haben sie sich von der Finanzkrise 2008 schneller erholt als die Bundesrepublik generell. Schon zwei Jahre später erreichte ihre Wirtschaftsleistung wieder das Vorkrisenniveau – auf Bundesebene war dies 2010 noch nicht der Fall gewesen. Das größte Potenzial zeigt Frankfurt auf, gefolgt von München.

Die Studie stammt vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut. Gemeinsam mit der Berenberg-Bank hat es bei den 30 größten deutschen Städten unter anderem die ökonomische Leistungsfähigkeit und Standortfaktoren, wie Bildung, Innovation, Internationalität, Erreichbarkeit, sowie demografische Faktoren, wie Bevölkerung und Erwerbstätigkeit untersucht.  

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„Erfolgreiche Städte zeichnen sich dadurch aus, dass sie durch attraktive Standortbedingungen Unternehmen und Menschen anziehen“, sagte Berenberg-Gesellschafter Hans-Walter Peters. Die finanzielle Situation der bewerteten Städte wurde in dem Ranking nicht berücksichtigt. „Wir haben nur erfasst, was sich statistisch und amtlich belegen lässt“, sagte HWWI-Direktor Thomas Straubhaar.

Frankfurt und München liegen vor allem vorne, weil sie gut bei den Wirtschafts- und Standortfaktoren abgeschnitten haben. Allerdings verkleinere sich der Abstand zwischen den beiden Wirtschaftshochburgen seit den Vorgängerstudien 2008 und 2010 zunehmend. Im Städteranking der WirtschaftsWoche ist München beispielsweise auf dem ersten Platz. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) betonte, dass es mit München keinen Wettstreit gebe. „Das ist Kooperation auf Augenhöhe. Die Konkurrenten sind Paris, London und Moskau“, sagte Feldmann. Das Hauptaugenmerk müsse in Zukunft auf Kinderfreundlichkeit und Wohnraum liegen. „Das Dach über dem Kopf muss bezahlbar sein, auch für junge Kreative“, forderte der OB.

Städteranking wiwo-shop.de

Gerade in diesem Kreativbereich bescheinigte die Studie einigen untersuchten Städten Defizite. So sei der Strukturwandel hin zu wissensintensiven Branchen, sowie der Kultur- und Kreativwirtschaft, noch nicht überall abgeschlossen. Schlusslicht ist wie auch schon 2010 und 2008 Chemnitz. Auf die Plätze 25 bis 29 kommen fünf Industriestädte in Nordrhein-Westfalen: Bochum, Gelsenkirchen, Wuppertal, Bielefeld, und Dortmund. Deren Aussicht auf Bevölkerungs - und Jobwachstum sei am niedrigsten, erklärte HWWI-Direktor Straubhaar. Abseits der Ballungsgebiete seien die Aussichten aber oft noch trüber. „Auch die Städte auf den hinteren Plätzen haben sich besser entwickelt als das flache Land.“

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Die Bundeshauptstadt Berlin landete auf dem fünften Platz. „Wenn der Flughafen doch endlich einmal fertig gebaut ist, wird Berlin aufzuholen beginnen“, so Straubhaar.

Die ausführliche Studie des HWWI finden Sie hier.

Mit Material von dpa.

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