Verhaltensregeln: Folgt die Bundesbank dem Schweizer Vorbild?

Verhaltensregeln: Folgt die Bundesbank dem Schweizer Vorbild?

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In Frankfurt findet die Bundesbank Gefallen an den neuen Verhaltensregeln der Schweizer Nationalbank (SNB).

von Ulrich W. Hanke

„SNB-Chefs werden zu Finanz-Eunuchen“ titelte die kostenlose Pendlerzeitung „20 Minuten“, die viele Schweizer auf ihrem Weg zur Arbeit in Bus und Tram lesen. Hintergrund der Meldung: Ab 1. Mai müssen sich die Spitzenmanager der Schweizer Nationalbank (SNB) auf strengere Regeln zur Verwaltung ihres Privatvermögens einstellen.

In Frankfurt will man sich die neuen Regeln der Schweizer Kollegen genau anschauen – „und wenn sich die Bundesbank diese Regeln anschaut, dann wird sie auch prüfen, wo und wie sie die eigenen Regeln eventuell ändern muss“, sagt eine Bundesbank-Sprecherin. Im Verhaltenskodex für Mitglieder des Bundesbank-Vorstands, der aus dem Jahr 2004 stammt, ist die private Geldanlage nicht weiter geregelt. In einer bankinternen Richtlinie heiße es nur, die Bankmitarbeiter dürften marktrelevante Informationen, die sie dienstlich erworben haben, nicht zu ihrem Vorteil nutzen.

Ganz anders die neuen Regeln der SNB: Sie treffen zwar mit drei Direktoriumsmitglieder und ihren Stellvertretern sowie deren Angehörigen zunächst nur einen kleinen Personenkreis, haben es aber in sich. So soll die Führungsspitze der Notenbank ihr privates Geld künftig einem unabhängigen Vermögensverwalter überlassen, auf dessen Anlageentscheidungen sie keinerlei Einfluss nehmen dürfen. Der entsprechende Vertrag mit dem Verwalter muss zudem von der SNB genehmigt werden. Fertig sind die Finanz-Eunuchen.

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Wollen sie weiterhin ihr Geld selbst verwalten, müssen die Notenbanker es bei der SNB belassen und dürfen nur in breit diversifizierte Fonds, Einlagen in die berufliche Vorsorge sowie in Immobilien investieren. Einzelne Aktien oder gar Derivate und Devisengeschäfte sind weitgehend tabu, war der frühere SNB-Präsident Philipp Hildebrand Anfang Januar doch zurückgetreten, weil seine Frau 2010 für mehrere Hunderttausend Franken US-Dollar gekauft hatte, als die SNB den Franken abschwächen wollte. Der Fall mit Gschmäckle blieb allerdings ein Einzelfall. In Vorbereitung sind nun auch neue Verhaltensregeln für alle SNB-Mitarbeitenden. Zudem will die Zentralbank ihre Compliance-Abteilung, die die Einhaltung der Regeln überprüft, neu organisieren und ausbauen.

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