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Verhandlungen : Zeitarbeitgeber planen neue Tarifverträge

Quelle: Handelsblatt Online

In den kommenden Monaten willen die Arbeitgeberverbände mehr als zehn neue Tarifverträge abschließen. In Zukunft soll es auch Branchenzuschläge für Zeitarbeiter geben.

Eine Frau hält in ihrer Hand 7,79 Euro. Quelle: dpa
Eine Frau hält in ihrer Hand 7,79 Euro. Quelle: dpa

Die Arbeitgeberverbände der Zeitarbeit wollen in den kommenden Monaten mehr als zehn neue Tarifverträge mit Branchenzuschlägen für Zeitarbeiter abschließen. „Am Ende könnte es ein gutes Dutzend neuer Tarifverträge werden“, sagte der Verhandlungsführer der Zeitarbeitgeber, Thomas Bäumer, dem Handelsblatt. Im Mai und Juni hatten sie bereits mit den Gewerkschaften IG Metall und IG BCE neue Zuschläge für Zeitarbeiter in der Metall- und Elektroindustrie und in der Chemieindustrie vereinbart. Danach erhöht sich der Grundlohn künftig um bis zu 50 Prozent, wenn Zeitarbeiter in diesen Branchen tätig werden.

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Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die tarifpolitischen Entwicklungen in der Zeitarbeit am Montag bei einem Spitzengespräch mit Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt und dem Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, bewerten. Sie hatte die Tarifparteien der Zeitarbeitsbrachen dazu gedrängt, das Ziel gleicher Löhne für Zeit- und Stammkräfte in eigener Regie umzusetzen und andernfalls  mit einer neuen gesetzlichen Regelung gedroht.

„Ich gehe davon aus, dass der alte Konflikt über die Bezahlung von Zeitarbeitern damit auch aus Sicht der Gewerkschaften befriedet wird“, sagte Bäumer, der dem Vorstand des Bundesverbands der Personaldienstleister (BAP) angehört. Für neue gesetzliche Regelungen gegen Lohnunterschiede zwischen Stammbeschäftigten und Zeitarbeitern „gebe es nun wirklich keinen Anlass mehr.“ Verhandlungen über neue Zuschlagstarifverträge mit den Gewerkschaften Verdi, Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Eisenbahnergewerkschaft EVG seien bereits geplant, kündigte Bäumer an. Mit IG Metall und IG BCE werde zudem über Zuschlagsregelungen in den Branchen Textil, Holz, Kunststoff und in der Kautschukindustrie verhandelt.  

Die Gewerkschaften drängen trotzdem auf weitere gesetzliche Regulierungen. Die Politik sei „weiter gefordert, den Grundsatz der Gleichbehandlung von Leiharbeitnehmern mit Stammbeschäftigten durchzusetzen“, heißt es in einer am Samstag von der IG Metall Baden-Württemberg beschlossenen Resolution. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt wendet  sich hingegen strikt gegen solche Forderungen. „Finger weg von der Zeitarbeit“, hatte er die schwarz-gelbe Regierung vergangene Woche in einem Handelsblatt-Interview ermahnt.

Die tariflichen Zuschläge für die Metall- und die Chemieindustrie sollen ab November fällig werden. Der unterste Tariflohn für Hilfsarbeiter in der Zeitarbeitsbranche liegt dann im Westen bei 8,19 Euro pro Stunde, mit Zuschlag erhöht er sich nach diesen Tarifverträgen auf bis zu 12,29 Euro pro Stunde.  

 

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