Verkehrsminister Peter Ramsauer: "Der Westen muss nachholen"

Verkehrsminister Peter Ramsauer: "Der Westen muss nachholen"

Bild vergrößern

Der neue Verkehrsminister Peter Ramsauer

Verkehrsminister Peter Ramsauer über seine Pläne im neuen Amt, brütende Tierchen an der A 94 und die Zukunft der Maut.

WirtschaftsWoche: Herr Ramsauer, ein Bayer, nämlich der Vertreter des Wahlkreises Berchtesgaden, wird als Bundesverkehrsminister Bauherr des Berliner Stadtschlosses. Wie finden Sie das?

Peter Ramsauer: Mit Schlössern kenne ich mich ganz gut aus: In meinem Wahlkreis sind auch große Schlösser gebaut worden – von bayrischen Königen, die sich von Preußen finanzieren ließen.

Anzeige

Die Verkehrsminister der Vergangenheit sind entweder blass oder durch ihr Scheitern in Erinnerung geblieben. Wofür soll der Name Ramsauer stehen?

Ich möchte, dass jeder Mensch in Deutschland spürt: Dieses Ministerium tut etwas für uns. Denn jeder Mensch wohnt und fährt. Das werde ich auch meinen Leuten im Ministerium sagen. Vielleicht sind die dann erstaunt und sagen: Wir wussten gar nicht, dass wir so wichtig sind in Deutschland.

Wollten Sie dieses Ressort?

Ich hätte auch ein anderes Ministerium haben können, aber ich habe mir zusammen mit dem Parteichef überlegt: Was macht zusammen mit den beiden anderen CSU-geführten Ministerien Sinn? Wo habe ich Einfluss? Das Verkehrsministerium ist ja eine Art Co-Wirtschaftsministerium. Nur mit sehr viel größerem Etat. Wir haben den größten Investitionshaushalt aller Ministerien.

Können Sie überhaupt Prioritäten setzen, oder müssen Sie nicht die langfristigen Verkehrswegepläne abarbeiten – der Regierung Kohl?

Nicht jedes langfristige Projekt muss unbedingt viel Zeit verschlingen. Man kann Dinge auch beschleunigen, und ich werde mir genau ansehen, wie die Priorität, Baureife und Finanzierungsfähigkeit von einzelnen Projekten aussehen.

Wo könnte Ihre Priorität denn liegen?

In den letzten 20 Jahren ist ein sehr starker Fokus auf Projekte in den neuen Ländern gelegt worden. Vieles in den alten Ländern ist zurückgeblieben – und deshalb sollten wir jetzt ein Aufholprogramm West starten. Viele Autobahnen in Westdeutschland befinden sich fast noch im Nachkriegszustand. Der Westen muss jetzt manches nachholen.

Die A 8 zum Beispiel, München–Salzburg.

Das ist eines der Beispiele, die ich ungern nenne, weil dies den unbegründeten Vorwurf nähren würde, ich würde vor allem Projekte aus der eigenen Heimat im Auge haben. Aber das Beispiel ist trotzdem gut: vierspurig ohne Pannenstreifen und immer noch mit Strecken, wo es dadag-dadag-dadag macht...

Wollen Sie die Prioritäten zwischen Straße und Schiene verlagern?

Da neige ich zum Realismus. Wir müssen froh sein, wenn wir wenigstens die Zuwächse im Güter- und Personenverkehr auf die Schiene bekommen. Dann hätten wir schon wahnsinnig viel erreicht.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%