Volker Bouffier lobt die Grünen: "Wir arbeiten erfolgreich und respektvoll zusammen"

Volker Bouffier lobt die Grünen: "Wir arbeiten erfolgreich und respektvoll zusammen"

Bild vergrößern

Volker Bouffier

von Henning Krumrey und Mark Fehr

Der hessische Ministerpräsident macht Werbung für Schwarz-Grün – und attackiert die Profiteure des Länderfinanzausgleichs in Deutschland.

WirtschaftsWoche: Herr Ministerpräsident, die hessische CDU stand wie kein anderer Landesverband gegen die Grünen. Wie gefällt es Ihnen nun mit Ihren neuen Freunden?

Bouffier: Schwarz-Grün regiert seit einem Dreivierteljahr. Wir arbeiten erfolgreich und respektvoll zusammen, wir streiten nicht. Die Union liegt bei Fragen der Wirtschaft, der Finanzen, der Arbeitsplätze in der Bevölkerung weit vorn. Die Grünen sind führend bei Umweltschutz, Verbraucherschutz, Nachhaltigkeit. Wir wollen in unserer Regierungspolitik Ökonomie und Ökologie verklammern – das ist unser Ansatz für das 21. Jahrhundert.

Anzeige

Klingt pompös. Was heißt das praktisch?

Die Umweltministerin hat gerade eine weitreichende Entscheidung für das Weltunternehmen Kali + Salz getroffen: Wir verbessern uns ökologisch, und wir erhalten die 6000 Arbeitsplätze. Will ich ab morgen Tafelwasserqualität in der Werra haben, dann sind die Arbeitsplätze weg. Und beuten wir alles rigoros aus, bin ich in ein paar Jahren auch am Ende. Erst der Kompromiss führt zur Handlungs- und Zukunftsfähigkeit. So macht die Arbeit Spaß.

Zur Person

  • Volker Bouffier

    Bouffier, 62, regierte Hessen zunächst zusammen mit der FDP. Seit Januar 2014 führt der Jurist die erste Koalition von CDU und Grünen in einem Flächenland. Hinter der Tür im hessischen Landtag fanden die Sondierungsgespräche statt.

Die gesamte CDU schaut auf Hessen. Gilt das Sinatra-Motto: If I can make it there, I’ll make it anywhere?

Schwarz-Grün ist zunächst eine hessische Lösung. Die ist untrennbar verbunden mit der Sache und den handelnden Personen. Da hilft der hessischen CDU, dass sie nicht im Verdacht steht, wegen einer Regierungsbeteiligung alle ihre Grundsätze über Bord zu werfen. Sind wir erfolgreich, ist das sicherlich ein Bündnis für die Zukunft.

Angela Merkel ist also zu links und zu beliebig, um Schwarz-Grün wagen zu können?

Das ist eine unzulässige journalistische Weiterentwicklung.

Im Bund hat es parallel dazu in den Gesprächen mit den Grünen nicht gereicht.

Ich war auch im Bund dabei und habe gesehen: Die Grünen waren auf Bundesebene noch nicht so weit. Heute leiden sie unter Bedeutungslosigkeit. Auch die sächsischen Grünen sind auf dem Weg zu fünf Jahren Nirwana. Und wenn sie nicht klug sind, machen sie es in Thüringen auch so. Deren Motto lautet: Lieber ohne jede Bedeutung, aber reinen Herzens.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%