Volkszählung: Deutlich weniger Einwohner als gedacht

Volkszählung: Deutlich weniger Einwohner als gedacht

Deutschland hat weniger Einwohner als bislang angenommen. Das ergab die Volkszählung von 2011. Vor allem bei der Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer lagen die Behörden kräftig daneben.

Deutschland hat sich verschätzt. Am 9. Mai 2011 lebten nach den jetzt vorliegenden Ergebnissen des Zensus 2011 in Deutschland 80,2 Millionen Einwohner - 1,5 Millionen Menschen weniger als bisher gedacht. Das ergab der Zensus 2011, den das Statistische Bundesamt am Freitag in Berlin vorstellte. Es ist die erste Volkszählung in Deutschland seit mehr als zwei Jahrzehnten. Die Einwohner wurden zuletzt 1987 in der damaligen Bundesrepublik und 1981 in der DDR gezählt. Auf der Grundlage der damaligen Ergebnisse wurden die Daten bislang fortgeschrieben und im Laufe der Zeit immer ungenauer. Bislang waren die Statistiker von einer Einwohnerzahl von 81,8 Millionen ausgegangen.

Die Abweichung liegt vor allem an der falsch prognostizierten Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer. Glaubt man dem Zensus, leben in Deutschland 6,2 Millionen Menschen mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit. 1,1 Millionen Personen weniger als bisher angenommen. Sprich: Die Abweichung der Behörden lag hier bei 14,9 Prozent. Der Vergleich der Zensusergebnisse mit den bisherigen Bevölkerungszahlen aus der amtlichen Bevölkerungsfortschreibung zeigt bei den Deutschen mit -0,6 Prozent hingegen nur eine relativ geringe Abweichung (-428.000 Personen). 74 Millionen Menschen besitzen damit die deutsche Staatsangehörigkeit.

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Im Mai 2011 gab es in Deutschland knapp 34.000 eingetragene (gleichgeschlechtliche) Lebenspartnerschaften, davon waren rund 40 Prozent Lebenspartnerschaften von Frauen. Insgesamt lebten 5700 Kinder in Familien, deren Eltern eine eingetragene Lebenspartnerschaft führten, die meisten davon (86 Prozent) in Lebenspartnerschaften von Frauen. In Deutschland waren zum Zeitpunkt des Zensus rund 40 Millionen Menschen erwerbstätig, 53,2 Prozent Männer und 46,8 Prozent Frauen. Die ermittelten Erwerbstätigenzahlen bestätigen damit im Wesentlichen die Ergebnisse des Mikrozensus 2011. Die Erwerbstätigenquote, das ist der Anteil der Erwerbstätigen im Alter von 15 bis 74 Jahren an der Bevölkerung im gleichen Alter, betrug 64,5 Prozent. 2,1 Millionen Personen waren erwerbslos.

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Zum Zensusstichtag hatten 35,6 Prozent der Personen über 15 Jahren einen Haupt- beziehungsweise Volksschulabschluss, 26,9 Prozent besaßen die mittlere Reife oder einen gleichwertigen Abschluss und 28,3 Prozent die Fachhochschul- oder Hochschulreife. 4,4 Prozent befanden sich am Zensusstichtag noch in schulischer Ausbildung. Ohne Schulabschluss sind nach den Zensusergebnissen 4,7 Prozent der Bevölkerung über 15 Jahren, das sind 3,2 Millionen Menschen.

In Deutschland lebten Anfang Mai 2011 insgesamt 15 Millionen Personen mit Migrationshintergrund; dies entspricht knapp 19 Prozent der Bevölkerung. Als Personen mit Migrationshintergrund zählen im Zensus 2011 alle Ausländer sowie alle Deutschen, die nach 1955 auf das Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland zugewandert sind oder mindestens einen nach 1955 zugewanderten Elternteil haben. Dieser Anteil variiert zwischen den Bundesländern stark. Den höchsten Anteil in den westlichen Bundesländern gab es mit 27,5 Prozent in Hamburg, den geringsten Anteil in Schleswig-Holstein (11,7 Prozenz). In den östlichen Bundesländern liegt der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund durchweg unter 5 Prozent.

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