Volkszählung: Wer vom Zensus profitiert

Volkszählung: Wer vom Zensus profitiert

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Fragebogen Zensus2011

Eine verbesserte Planungsgrundlage, eine Verschiebung beim Länderfinanzausgleich und sogar eine Neuverteilung der Stimmen im Bundesrat sind mögliche Folgen des Zensus für die Politik. Doch auch in der Wirtschaft gibt es Branchen, die ein Interesse an den erhobenen Daten haben.

In den Wohnungsbaugesellschaften sitzen dieser Tage Angestellte vor den Computern und füllen hunderte Fragebögen zu den Wohnungen der Unternehmen aus - ein enormer Verwaltungsaufwand. Doch die Firmen beschweren sich nicht, denn sie gehören zu den Branchen, denen die Zensusergebnisse nützlich sind.

Rund ein Drittel aller Deutschen werden in der ersten Volkszählung seit 24 Jahren befragt. 7,9 Millionen Bürger müssen Angaben über ihre Ausbildung, ihren Migrationshintergrund und ihre Wohnsituation machen. Die Haus- und Wohnungsbesitzer müssen offenlegen wie groß ihre Räumlichkeiten sind, wie sie diese beheizen und wer dort wohnt.  Die restlichen Daten fließen aus den verschiedenen Statistiken von Einwohnermeldeämtern oder der Bundesagentur für Arbeit ein. Am Schluss steht ein großes Ganzes, das im Mai 2013 vom Bundesamt für Statistik veröffentlicht wird. Die Politik will vor allem ihre Infrastrukturplanung an den neuen Daten ausrichten. Manche Wirtschaftszweige können die gewonnenen Erkenntnisse ebenfalls gut gebrauchen.

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Für die Wohnungsbauunternehmen ist besonders die Gebäude- und Wohnungszählung interessant. Hieraus kann die Zusammensetzung der Haushalte erkannt werden, sagt eine Sprecherin des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GDW). Daraus können die Firmen dann zum Beispiel ableiten, wie viele Zimmer gefragt sind und wie groß die benötigten Wohnungen sein müssen. Laut GDW sind die Unternehmen über großräumige Wanderungsbewegungen zwar gut informiert, aber die kleinteilige Aufschlüsselung der Bevölkerungszahl kann helfen, neue Großinvestitionen zu planen.

So würden die Immobilienunternehmen zum Beispiel erfahren, in welchen Orten Wohnungsknappheit herrscht. Zwar gebe es Schätzungen darüber, aber gerade Großinvestitionen tätige man lieber auf Grund von gesichertem Datenmaterial, heißt es beim GDW. So sieht es auch eines der führenden deutschen Wohnungsunternehmen die Deutsche Annington. "Um verlässlich wirtschaften und planen zu können, machen Unternehmen Inventur. Eine ähnliche Funktion hat die Volkszählung für das ganze Land."

1,3 Millionen weniger Deutsche

Schon ein Vortest hat gezeigt, dass wohl rund 1,3 Millionen weniger Menschen in Deutschland leben, als bislang angenommen. Diese Tatsache macht die Markt- und Meinungsforscher hellhörig. Gespannt wartet die Branche schon jetzt auf die Ergebnisse. Laut Erich Wiegand, dem Geschäftsführer des Arbeitskreises deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute (ADM), sollen die neuen Daten vor allem für zwei Bereiche genutzt werden. Zum einen müssen auf ihrer Grundlage die Stichprobensysteme überarbeitet werden.

Da sich diese nach regionaler Verteilung, Alter, Geschlecht und vielem mehr zusammensetzen, müssen sie nach dem Zensus an die Realität angepasst werden. Zum anderen müssen zukünftige Hochrechnungen und Gewichtungen an den neuen Daten ausgerichtet werden. Wiegand versichert, dass die neue Grundlage sofort berücksichtigt wird sobald der Zensus im Mai 2013 vorliegt. „Repräsentativität und Zuverlässigkeit“ seien für die Marktforschung schließlich von entscheidender Bedeutung.

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