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Von Gauck bis Zollitsch: Weihnachtsbotschaften beschwören Zusammenhalt

von dapd Quelle: Handelsblatt Online

Bundespräsident Joachim Gauck ruft zu Solidarität auf, Hannelore Kraft zu mehr Respekt: Der Tenor der diesjährigen Weihnachtsbotschaften ist einhellig. Erzbischof Zollitsch warnt gar vor der sozialen Spaltung des Landes.

Bundespräsident Joachim Gauck bei seiner Weihnachtsansprache. Quelle: Reuters
Bundespräsident Joachim Gauck bei seiner Weihnachtsansprache. Quelle: Reuters

BerlinMehr Solidarität in der Gesellschaft lautet in diesem Jahr die zentrale Weihnachtsbotschaft. Bundespräsident Joachim Gauck rief die Deutschen am Heiligabend zu Gemeinsinn und Zusammenhalt auf. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, warnte vor einer sozialen Spaltung in Deutschland. Die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) prangerte den schleichenden Werteverfall im täglichen Umgang an.

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"Ja, wir wollen ein solidarisches Land", sagte Gauck in seiner Weihnachtsansprache. "Ein Land, das den Jungen Wege in ein gutes Leben eröffnet und den Alten Raum in unserer Mitte belässt. Ein Land, das jene, die seit Generationen hier leben, mit jenen verbindet, die sich erst vor kurzem hier beheimatet haben."

Das Staatsoberhaupt erklärte: "Wer keine Zuwendung erfährt und keine schenkt, kann nicht wachsen, nicht blühen." In der Sprache der Politik heiße das Solidarität, in der Sprache des Glaubens Nächstenliebe und in den Gefühlen der Menschen Liebe.

Mit Blick auf seinen kürzlichen Besuch in einem brandenburgischen Flüchtlingswohnheim sagte Gauck: "Zwar werden wir nie alle Menschen aufnehmen können, die kommen. Aber: Verfolgten wollen wir mit offenem Herzen Asyl gewähren und wohlwollend Zuwanderern begegnen, die unser Land braucht."

Der Freiburger Erzbischof Zollitsch warnte in den Dortmunder "Ruhr Nachrichten" vor einer sozialen Spaltung in Deutschland. "Die Armen bleiben zurück, und der Reichtum in der Hand einiger Weniger nimmt weiter zu. Das ist eine gefährliche Entwicklung", sagte Zollitsch. Auch das Problem drohender Armut im Alter bereite ihm Sorge. Daher sollten Steuererhöhungen und Abgaben für Vermögende kein Tabu sein, um gesellschaftlich wichtige Aufgaben zu finanzieren.


„Kirchen müssen entschiedener für ihre Botschaft werben“

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx macht die seit Jahrzehnten sinkenden Geburtenraten zum Thema seiner Weihnachtsbotschaft. "Ohne das intensive Ja-Wort zu Kindern kann keine wirklich nachhaltige Zivilisation bestehen", sagte Marx laut Redemanuskript.

Der Erzbischof von München und Freising forderte die Menschen zum Umdenken auf: "Wir brauchen eine Wende in den Herzen und Köpfen aller, um neu die Lust auf Leben zu entdecken und die Freude, Leben weiter zu geben."

Die christlichen Kirchen müssen nach Überzeugung von Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt entschiedener für ihre Botschaften werben. Der "Berliner Zeitung" (Montagausgabe) sagte die Grünen-Politikerin auf die Frage, ob es sie bedrücke, dass immer mehr Menschen der Kirche den Rücken kehren: "Bedrücken ist vielleicht das falsche Wort. Aber als Christinnen und Christen könnten wir in der Tat offensiver deutlich machen, dass es hinter der Kirchentür nicht dunkel und kalt ist." Es gebe viele Leute, "die Fragen stellen und auf der Suche sind." Denen erzähle sie gerne, "dass der Glaube hilft, dass er Trost spendet und eine besondere Art von Heimat ist".

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Kraft kritisierte den schleichenden Werteverfall im täglichen Umgang. "Man kann überall beobachten, dass Respekt und Anstand verloren gegangen sind", sagte die SPD-Politikerin den Zeitungen der WAZ-Mediengruppe. "Unser Wertesystem wird allmählich ausgehöhlt, wenn wir nicht aufpassen", warnte Kraft. Beispielhaft nannte sie eine wachsende Zahl von Angriffen auf Polizisten oder Rettungskräfte im Dienst. "Das gab es früher in diesem Maße, in dieser Brutalität nicht", beklagte Kraft.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 25.12.2012, 09:29 UhrRobinHood

    Joachim Gauck - der DDR IM: LARVE, wissend kein Staatsoberhaupt weder Bundespräsident geworden - die offenkundige Tatsachen auszugsweise dokumentiert unter dem Link: http://www.state-union.us/seiten/former%20FRG%20Federal%20Republic%20Germany%20and%20Former%20German%20Democratic%20Republic%20.htm hier Wahrheiten erfahren, wo man unverblümt dokumentiert.

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